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Full text of "Die Kunstdenkmäler von Bayern; im Auftrag des Staatsministeriums für Unterricht und Kultus"

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Grundsätze 



für die Inventarisation der Kunstdenkmäler Bayerns« 



I. Zweck des Inventars. Die Inventarisation hat den Zweck, den Gesamt- 
bestand des Königreichs an Kunstdenkmälem im weitesten Sinne wissenschaftlich fest- 
zustellen und zu beschreiben, dem Schutze und der Pflege dieser Denkmäler und 
damit der Kunst-, Landes- und Ortsgeschichte sowie der lebenden Kunst und der 
Heimatliebe zu dienen. 

U. Zeitliche Begrenzung. Die Inventarisation soll die Zeit vom 6. Jahr- 
hundert bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts umfassen. 

In besonderen Fällen kann auch über das 6. Jahrhundert zurückgegangen werden. 

III. Besitzverhältnisse. Die Inventarisation erstreckt sich auf die Denkmäler 
jeder Gattung im öfifentlichen Besitz und auf die Baudenkmäler im Privatbesitz. Be- 
wegliche Denkmäler im Privatbesitz werden nur ausnahmsweise aufgenommen, z. B. 
wenn sie in kunstgeschichtlichem oder geschichtlichem Zusammenhang mit den Denk- 
mälern der Gegend von besonderem Interesse sind oder wenn sie mit dem Meister- 
namen bezeichnet sind. Öffentliche Sammlungen sind im großen und ganzen nicht 
zu inventarisieren ; es ist jedoch auf das für die Gegend besonders Wichtige hinzuweisen. 

IV. Gattungen der aufzunehmenden Denkmäler. Kirchliche imd profane 
Kunstdenkmäler werden in gleicher Weise berücksichtigt. Der Begriff Kunstdenkmal 
ist dabei in weitestem Sinne zu nehmen. Ein bürgerliches Haus, ein Bauernhaus, ein 
Brunnenhaus oder Quellenhaus, eine alte Brücke, ein Wegkreuz, eine Martersäule etc. 
kann historisch, kunstgeschichtlich oder archäologisch von Interesse sein. 

V. Vollständigkeit des Inventars. Vollständigkeit muß im allgemeinen ange- 
strebt werden. Der Inventarisator hat zunächst zu fragen: Was ist das Objekt fiir 
die Kunst, fUr die Kunstgeschichte, Archäologie oder Geschichte wert? Er soll 
aber auch weiter fragen: Ist das Objekt für den Ort, für die Landschaft von Wert? 
Gar viele Bauten und andere Objekte haben nur rein lokale Bedeutung, bisweilen 
nur Wert als Staffage der Landschaft Es gilt, beim Volke durch die Berücksichtigung 
auch bescheidener Objekte die Wertschätzung des örtlichen Denkmälerbestandes zu 
wecken, die Liebe zu den heimatlichen Denkmälern rege zu erhalten. Es gilt auch, 
die typischen Landschaftsbilder der einzelnen Gegenden mit ihren uns lieb gewordenen, 
anheimelnden, so trefflich der Umgebung angepaßten und mit ihr verwachsenen Bauten 
durch kurze Würdigung und Betonung im Inventar zu schützen. 

Vor allem bei den Baudenkmälern in öffentlichem Besitz ist Vollständigkeit 
des Inventars notwendig. Ebenso bei den Burgen und Schlössern. Bei den bürger- 
lichen Wohnhäusern und den Bauernhäusern ist wenigstens das Typische des Ortes 
oder der Gegend ins Auge zu fassen. 

Bei den beweglichen Denkmälern kann vielfach nur eine Auswahl getroffen 
werden. Jedenfalls müssen aber Gegenstände von künstlerischem Werte, deren Er- 
haltung geboten ist, inventarisiert werden. Im allgemeinen gilt der Grundsatz: Je 
älter der Gegenstand ist, desto weniger darf seine Aufnahme der freien Wahl über- 
lassen bleiben. Mittelalterliche kirchliche Geräte und Gewänder werden z. B. aus- 
nahmslos aufzunehmen sein, kirchliche Geräte und liturgische Gewänder der Barock- 



und Rokokoperiode nur mit Beschränkung. Bei denjenigen Goldschmiedearbeiten der 
Barock- und Rokokoperiode, die nicht inventarisiert werden, empfiehlt es sich 
immerhin, die Beschauzeichen und Meistermarken zu notieren behufs kurzer Ver- 
wertung in der statistischen Übersicht des Bezirkes. 

Bei wichtigeren Baudenkmälern ist auch der kurze Hinweis auf zerstörte, nicht 
mehr bestehende Objekte, z. B, Klöstei> Kirchen, Burgen unter Angabe der Literatur 
erwünscht, soweit dies ohne wesentlichen Zeitaufwand möglich ist. Bei beweglichen 
Denkmälern, die in der älteren Literatur angeführt werden, aber nicht mehr vor- 
handen sind, ist ebenfalls kurze Angabe angezeigt, eventuell mit Nachweis des 
jetzigen Aufbewahrungsortes. 

VL Art der Bearbeitung und Beschreibung, i. Allgemeiner Grund- 
satz. Im allgemeinen gilt fiir die Bearbeitung der Grundsatz: Das Inventar ist nicht 
eine rein beschreibende Aufzählung, sondern eine wissenschaftliche Quellensammlung. 
Die Arbeit beruht auf gewissenhafter, wenn möglich selbständiger, wissenschaftlicher 
Untersuchung. Eine umfassende wissenschaftliche Untersuchung und eine erschöpfende 
Darstellung kann aber nicht beabsichtigt sein. Jedenfalls muß das Inventar fiir 
weitere Untersuchungen die nötige Orientierung und die entsprechenden Anhalts- 
punkte bieten. Die Arbeit soll gründlich, genau und sorgfaltig sein. 

2. Anordnung des Stoffes. Die Bearbeitung wie die Publikation erfolgt 
nach Regierungsbezirken und innerhalb dieser nach Bezirksämtern bezw. unmittelbaren 
Städten. Innerhalb der Bezirksämter hält sich das Inventar an die alphabetische 
Ortsfolge. 

Innerhalb eines Ortes werden zuerst die kirchlichen, dann die profanen Denk- 
mäler besprochen. Sind mehrere Kirchen an einem Ort, so geht derjenige Bau 
voraus, mit welchem die Anfange und die älteste Geschichte des Ortes verknüpft 
sind; das ist in der Regel die Hauptkirche. Bauliche Annexe, wie Kreuzgänge, 
Klostergebiude, Kapellen, werden bei der Kirche, zu der sie gehören, mit angeführt. 

Bei den profanen Denkmälern wird zunächst die Ortsbefestigung und die 
Gesamtanlage des Ortes ins Auge gefaßt. Dann folgen die öffentlichen Gebäude, 
geordnet nach ihrer Bedeutung, Privathäuser, öffentliche Denkmäler, wie Brunnen, 
Denksäulen etc. 

3. Quellennachweise. Wie der Ausarbeitung der Beschreibung die Durch- 
sicht der Literatur vorausgeht, so wird am zweckmäßigsten dem Inventare des einzelnen 
Bezirkes, Ortes und Denkmals die Übersicht der Literatur vorangestellt. Bei der 
Zusammenstellung der Literatur ist nicht bloß Rücksicht auf die kunstgeschichtliche, 
archäologische oder technische Literatur zu nehmen, sondern auch auf die rein orts- 
geschichtliche, soweit diese die Kunstdenkmäler erläutert. 

Archivalische Forschungen können gelegentlich gemacht werden, sollen aber 
nur insoweit zulässig sein, als hierdurch die Gesamtarbeit nicht aufgehalten wird. 

Alte Zeichnungen, Ansichten, Pläne, besonders auch alte Stadtpläne, sind im 
Anschluß an die Zusammenstellung der Schriftquellen zu nennen 

Die Ortsgeschichte ist im Texte nur insoweit heranzuziehen , als sie zur Er- 
läuterung einzelner Kunstdenkmäler oder des ganzen örtlichen Bestandes an 
solchen dient. 

4. BeS'. iireibung. Der Beschreibung eines Baudenkmals werden die bau- 
geschichtiichcn Angaben vorausgeschickt Bei kirchlichen Gebäuden ist womöglich 
der Tituhis (Weihetitel) zu nennen , femer die Eigenschaft der Kirche (Pfarrkirche, 
Filialkiiche, Nebenkirche etc.), dann die Konfession. 

An die Baugeschichte schließt sich die Baubeschreibung. 

Für die Baubeschreibung soll das G. v. Bezoldsche System mit seiner klaren 
Auseinanderhaltung von Grundriß, Aufbau, Einzelformen, Äußerem vorbildlich sein. 
Bei Bauten mit langer Entwicklung folgt auf die Baubeschreibung eine baugeschicht- 
liche Analyse. Bei wichtigeren Bauten reiht sich eine knappe künstlerische und 
baugeschichtliche Würdigung an. 



Die Beschreibung der Ausstattung und Einrichtung geht von den bei der Wirkung 
des Innern am meisten mitsprechenden Denkmälern aus und schreitet der Über- 
sichtlichkeit halber in der Regel in einer bestimmten Reihenfolge voran. Also etwa : 
Deckengemälde, Altäre, Sakramentshäuschen, Chorstühle, Sedilien, Kanzel, Orgel, 
Beichtstühle, Taufstein, Skulpturen und Gemälde, die nicht in Verbindung mit Altären 
stehen, Glasgemälde, Epitaphien, Grabsteine, kunstgewerbliche Gegenstände, wie Türen, 
Gitter, Leuchter, Ampehi etc. Kirchliche Geräte undParamente in der Sakristei. Glocken. 

Ausnahmen von dieser Reihenfolge können unter Umständen zweckdienlich 
sein. Bei Kirchen mit vielen Seitenkapellen kann es z. B. sich empfehlen, die Aus- 
stattung der einzelnen Kapellen zusammen zu behandeln. 

Es darf nicht vergessen werden, daß die Beschreibung der Denkmäler in Wort 
und Bild stets die Hauptsache des Inventars sein soll. 

Die Ausführlichkeit der Beschreibung bemißt sich nach der Bedeutung des 
Denkmals. Bei der BaubeschreibuYig einer einfachen Dorfkirche ohne weiteres 
Interesse kann unter Umständen die ungefähre Angabe der Entstehungszeit (z. B. spät- 
gotisch) und eventueller späterer Veränderungen genügen. Im allgemeinen muß die 
Beschreibung klar, übersichtlich und knapp im Ausdruck sein. Sie soll das Charakte- 
ristische betonen. Ausdrücke, wie »in der gewöhnlichen Anlagec, »in der üblichen 
Komposition«, etc. sollen, wenn keine weitere Erklärung beigegeben wird, ver- 
mieden werden. Denn die Ausdrücke »gewöhnlich«, »übhch« etc. bedeuten vielfach 
nur für den genauen Kenner der Denkmäler der einzelnen Gegend ein bestimmtes 
Schema. Für den femer Stehenden besagen sie nichts. Urteile, welche den Wert 
eines Denkmals herabsetzen, wie »unbedeutend«, »mittelmäßig« u. a., sollen möglichst 
vermieden werden. Dagegen sollen bedeutende Arbeiten als solche besonders be- 
zeichnet werden. 

Bei den inventarisierten Goldschmiedearbeiten sind die Beschauzeichen und 
Meistermarken sorgfältig zu beachten. 

Restaurationen sollen womöglich erwähnt, ihre Ausdehnung kurz charakterisiert 
werden. Bei wichtigeren neueren Restaurationen ist auch die ausführende oder 
leitende Kraft zu nennen. 

5. Behandlung der Inschriften. Mittelalterliche Inschriften können, so- 
feme sie historisch bedeutsam oder charakteristisch sind, wörtlich und in vollem 
Umfange mitgeteilt werden. Andere mittelalterliche Inschriften sollen summarisch 
verzeichnet werden. Für Inschriften aus späterer Zeit, insbesondere für Grab- 
inschriften, hat bei der Auswahl und Fassung eine größere Beschränkung einzutreten. 
Die Inschriften werden so weit als möglich mit ihren Abkürzungen wiedergegeben. 
Die Abkürzungen werden bei Bedarf nebenan in Klammem aufgelöst. Die Beisetzung 
der aufgelösten Jahreszahlen und Monatsdaten in Klammem empfiehlt sich in der 
Regel. Ergänzungen nicht mehr lesbarer Teile von Inschriften werden in eckigen 
Klammem [], Auflösungen oder erklärende Zusätze in runden Klammem () bei- 
gegeben. Bei Inschriften vor dem 14. Jahrhundert empfiehlt sich Abbildung. Ab 
und zu werden auch gotische Majuskel- und Minuskelinschriften als Proben dieser 
Schriftgattung abzubilden sein. Die Schriftart des Originals ist durch den ent- 
sprechenden technischen Ausdmck zu bezeichnen. 

Glockeninschriften, Bauinschriften, Autorinschriften werden aus allen Perioden 
womöglich stets im Wortlaut mitgeteilt. Gibt man nachmittelalterliche Grabinschriften 
nicht im Wortlaut, so muß man doch nicht nur das Jahr, sondern auch den Tag 
des Todes im Interessse der genealogischen Forschung kopieren. 

6. Statistische Übersichten. Der Einzelbeschreibung der Orte jedes 
Bezirksamts gehen historisch-topographische Angaben voraus. Diese geben kurzen 
und knappen Aufschluß über Größe, Lage, Bodenbeschaffenheit, Vorkommen von 
Baumaterialien, Siedelungsverhältnisse, Stammeszugehörigkeit, Handels- und Verkehrs- 
verhältnisse, territorialgeschichtliche Entwicklung, kirchliche Entwicklung (insbesondere 
Diözesanverband). 



Auf das Denkmälerinventar der einzelnen Orte folgt am Schlüsse des Bezirks- 
amts die kunststatistische Übersicht. In der kunststatistischen Übersicht sollen vor 
allem auch die Denkmälergruppen zusammenfassend charakterisiert, Schulzusammen- 
hänge und lokale Eigenarten beachtet, die kleinen Zentren lokaler Kunsttätigkeit 
angedeutet werden. Dabei können manche Notizen, die bei der Einzelbeschreibung 
wegbleiben mußten, verwertet werden. 

Zusammenfassende Behandlung in der Übersicht ist namentlich für die Denk- 
mäler volkstümlicher Kunst, wie Bauernhäuser etc., erwünscht Doch sind auch 
aus diesem Gebiete die wichtigeren Beispiele bei den einzelnen Orten anzuführen, 
vielleicht mit Hinweis auf die zusammenfassende Darstellung. 

7. Register. Am Schlüsse eines Regierungsbezirkes wird ein Ortsverzeichnis, 
Künstlerverzeichnis, ein spezifiziertes Sachregister beigegeben. 

VII. Abbildungen. Abbildungen sollen in möglichst großer Zahl gegeben 
werden. Dabei darf nicht nur das kunstgeschichtlich Wichtige berücksichtigt werden. 
Auch kleine, unscheinbare Denkmäler, in welchen sich die lokale Eigenart der 
Gegend oft mehr wiederspiegelt als in den größeren Denkmälern, sind hier gleich- 
mäßig zu beachten. All die kleinen Verschiedenheiten, die der Inventarisator 
z. B. beim Studium der Dorfkirchen im Grundriß (s. besonders die Turmstellung), 
im Aufbau und vor allem in den Einzelformen (z. B. Türformen, Maßwerke, 
Rippenprofile, Schlußsteine, Turmdächer, Turmfenster, Turmgliederung etc.) findet, 
sollen in typischen Beispielen im Bilde vorgeführt werden. Neben Grundriß, Schnitt 
und Einzelformen ist vor allem auch Außenansichten Beachtung zu schenken. Oft 
beruht der Wert des Baues, z. B. einer Dorf kirche, wesentlich auf der Silhouette des 
Äußeren. Oder die reizvolle Wirkimg Hegt im Verhältnis des Baues zu der Land- 
schaft, zu seiner Umgebung. 

Die Abbildungen sollen sich namentlich auch auf Profandenkmäler erstrecken. 
Stadttürme, Burgen, Häuser sind oft mehr den durch die Zeitbedürfnisse geforderten 
Veränderungen und der Verwitterung ausgesetzt als Kirchen, verdienen also schon 
aus diesem Grunde ein Festhalten im Bilde. Bei mittelalterlichen Wohnhäusern, Rat- 
häusern ist detaillierte Aufnahme, unter Umständen mit den Grundrissen der ein- 
zelnen Geschosse, mit Schnitten, Fassade etc., besonders erwünscht Wichtige, ver- 
steckt liegende Bauteile, z. B. alte, interessante Dachstühle, sind besonders zu be- 
rücksichtigen. 

Alte Ortsansichten, alte Pläne, auch Stadtpläne, können eine höchst erwünschte 
Beigabe sein. 

VIII. Karten. Jedem Bezirksamte wird eine Übersichtskarte seines Gebietes 
in geeignetem Maßstabe beigegeben. 

IX. Drucklegung. Lichtdrucke werden in der Regel auf Tafeln im Format 
des Textes im Text eingeschaltet. Gegenstände aber, zu deren würdiger Wiedergabe 
ein größeres Format nötig ist, z. B. Interieurs großer Kirchen, große Flügelaltäre etc., 
werden in einem Ergänzungsatlas im Formate des Tafelwerkes von Oberbayem ver- 
einigt Der Ergänzungsatlas wird am Schlüsse eines Bandes oder eines Regierungs- 
bezirkes beigegeben. Er ist gesondert käuflich. Bauzeichnungen, wie Grundrisse, 
Schnitte etc., sollen der bequemen Benutzung halber in Klischeedruck stets im Texte 
eingeschaltet werden, wenn nötig auf eingefalteten Tafeln. 

X. Erscheinungsweise. In der Regel soll das Inventar eines einzelnen 
Bezirksamts — wenn die Raumverhältnisse es gestatten, mit der dazu gehörigen 
unmittelbaren Stadt — ein in sich abgeschlossenes Heft bilden, mit eigenem Titelblatt, 
eigener Seitenzählung und eigenem Inhaltsverzeichnis. 

Die Hefte erscheinen gesondert und sind einzeln käuflich. 



DIE KUNSTDENKMÄLER 



DES 



KÖNIGREICHS Bayern 



^ 



DIE 



KUNSTDENKMALER 



vi C,->^ -y .■ , ^r 



DES 



KÖNIGREICHS Bayern 



HERAUSGEGEBEN IM AUFTRAGE DES 



KCL. BAYER. STAATSMINISTERIUMS DES INNERN 
FÜR KIRCHEN- UND SCHUL-ANGELEGENHEITEN 



Zweiter Band 

REGIERUNGSBEZIRK 

Oberpfalz und Regensburg 

HERAUSGEGEBEN VON 

GEORG HAGER 



VII BEZIRKSAMT OBERVIECHTACH 




MÜNCHEN 

DRUCK UND VERLAG VON R. OLDENBOURG 

1906 



DIE 



KUNSTDENKMÄLER 



VON 



Oberpfalz & Regensburg 



Heft VII 



BEZIRKSAMT 



OBERVIECHTACH 



BEARBEITET VON 

GEORG HAGER 



MIT 6 TAFELN, 73 ABBILDUNGEN IM TEXT 
UND EINER KARTE 




MÜNCHEN 

DRUCK UND VERLAG VON R. OLDENBOURG 

1906 



Fine Arts 

N 

V.7 



ALLE RECHTE VORBEHALTEN 



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Vorwort. 



Die Denkmälerinventarisation des Bezirksamts Oberviechtach hat Herr Bezirks- 
amtmaDn Johann von Pokrzywnicki mit regem Interesse unterstützt. Unser Dank 
gebührt femer sämtlichen Herren Geistlichen, Lehrern und Bürgermeistern des Bezirks. 

Herr Graf Hugo von Walderdorff hat auch zu diesem Hefte wieder manch 
wertvollen Beitrag beigesteuert. 

Für gütigen Aufschluß sind wir verbunden dem Herrn Grafen Carlo Maria 
Du MouLiN-EcKART auf Bertoldsheim und Winklam. 

Herr Direktor Ludwig Auer in Donauwörth hat von dem in seinem Besitze 
befindlichen Manuskripte von Lehrer Joseph Plass (f 3. Oktober 1898), Historisch- 
topographische Beschreibung der Oberpfalz, den Band »Amtsgericht Oberviechtach« 
in liebenswürdigster Weise überlassen. 

Herzlich zu danken haben wir außerdem für freundliche und stets bereitwillige 
Unterstützung den Herren: Dr. Franz Ludwig Baumann, Kgl. Reichsarchivdirektor 
in München, Dr. Joseph Breitenbach, Kreisarchivar in Amberg, Franz Conradi, 
Kreisbau- und Regierungsrat in Regensburg (f). Geh. Rat Dr. Gg. Ritter von Laub- 
mann, Direktor der Kgl. Hof- und Staatsbibliothek in München, Päpstlicher Haus- 
prälat Dr. Frz. X. Leitner in Regensburg, Dr. Cornelius Will, Fürstlich Thurn 
und Taxisscher Archivrat a. D. in Regensburg (f). 

Einen Teil der archivalischen Recherchen hat Herr Kreisarchivsekretär 
Dr. Joseph Knöpfler in Amberg übernommen. 

Die Zeichnungen im Text und auf den Tafeln sind fast sämtlich von Architekt 
Georg Loesti aus München (in Stuttgart) hergestellt worden. Nur die zeichnerischen 
Kopien nach einer alten Karte in Fig. 20, 29 u. 64 stammen von Architekt Professor 
Friedrich Karl Wevsser. Von Architekt Georg Loesti rühren auch fast alle 
Photographien für die Textabbildungen sowie die Aufnahme für Tafel VI her. 
Von dem Unterzeichneten ist aufgenommen die Vorlage für Fig. 10, 38 u. 57, von 
Professor Friedrich Karl Wevsser die Vorlage für Fig. 21, für Tafel I, II u. V. 
Die Karte hat Katasterzeichner Otto Lindner verfertigt. 

Die Klischees sind von der Kunstanstalt Alfons Bruckmann in München 
ausgeführt worden. 



München, im November 1906. 



DR. GG. HAGER, 

Kgl. Konservator am Bayerischen Nationalmuseum 

und am Kgl. Generalkonservatorium der Kunst* 

denkmälcr und Altertümer Bayerns. 



EINLEITUNG. 

Das Bezirksamt Oberviechtach hat einen Flächeninhalt von 275,42 qkm. Es 
zählt 37 Gemeinden und 175 Ortschaften, darunter i Stadt (Schönsee) und 2 Markt- 
flecken (Oberviechtach und Winklam). Die Einwohnerzahl betrug im Jahre 1905 
1 5 565 Seelen. (Über weitere statistische Angaben vgl. Ortschaftenverzeichnis des 
Königreichs Bayern, 65. Heft d. Beiträge z. Statistik d. Königreichs Bayern, herausgeg. 
vom Kgl. Bayer. Statistischen Bureau, München 1904, Sp. 891 ff. — Hans Braun, 
Statist. Amtshandbuch f. d. Regierungsbezirk Oberpfalz u. v. Regensburg, Regens- 
burg 1903, S. 42 ff.) 

Das Bezirksamt grenzt östlich an Böhmen, nördlich an das Bezirksamt Vohen- 
strauß, westlich an das Bezirksamt Nabburg, südlich an das Bezirksamt Neun- 
burg V. W. 

Der Bodengestalt nach gehört das Gebiet fast ganz zum Schwarzachbergland. 
Nur an der Ostgrenze greift der Böhmerwald herein, dessen höchster Punkt hier 
der mit einer Burgruine gekrönte Reichenstein ist (876 m). Im Schwarzachbergland 
bildet die größte Erhebung der Waldrücken Frauenstein, der von der Winklamer 
Niederung in nahezu südöstlicher Richtung langgedehnt sich hinzieht und bis 
zur stattlichen Höhe von 890 m aufsteigt. Auf dem Rücken des Frauensteins liegen 
zwei Burgstalle, etwa 4 km voneinander entfernt, der eine — Altenschneeberg — 
auf kahler felsiger Bergkuppe, der andere — Frauenstein — im dichten Hochwald 
versteckt. Der Zug des Frauensteiner Waldrückens setzt sich jenseit des Wald- 
tälchens der Ascha nach Norden fort bis an die Grenze des Bezirks, den Westrand 
der Niederung von Schönsee bildend. Nördlich von Winklam erstrecken sich 
zwischen dem Frauenstein und dem Tale der Murach noch beträchtliche Höhen 
und Flachgewölbe. Südwestlich von Oberviechtach erhebt sich am Tale der Murach 
eine steile westliche Hochbastion unseres Berglandes, die scharf profilierte Granitkuppe 
mit der Ruine Obermurach (594,5 m), weithin ein ebenso charakteristisches Wahr- 
zeichen der Landschaft bildend wie die drei Granulitfelsenköpfe des unwirtlichen 
Wildsteins (745,8 m) auf den Bergkuppen an der Nordgrenze des Bezirks. Das 
Gestein ist vorwiegend Gneis, zum teil auch Granit und Granulit. 

Das vielfach und oft kräftig profiUerte Terrain mit seinen aussichtsreichen 
Höhen und Bergen bietet abwechslungsreiche Landschaftsbilder; dazu kommt der 
Reiz der Romantik der malerischen Burgruinen und sagenumwobenen Burgstalle. 

Als Baumaterial diente in alter Zeit vor allem Granit. Ziegeleien sind be- 
sonders in der Winklamer Mulde. (Vgl. M. Götz, Geographisch-Historisches Hand- 
buch von Bayern I2 [1903], 808 ff., wo auch Näheres über die Bodengestalt etc. 

Heft VlI. I 



2 VIT. B.-A. Oberviechtach. 

des Bezirksamts. — C. W. Gümbel, Geognostische Beschreibung des ostbayerischen 
Grenzgebirges, Gotha 1868. — Ders., Geologie von Bayern, 2 Bde., Kassel 1888 
und 1894. Vgl. ebenda die geologische Übersichtskarte von Bayern.) 

In der Zeit der Gauverfassung gehörte das Gebiet des heutigen Bezirksamts 
Oberviechtach zum Nordgau. Und als Karl der Große die Markgrafschaft auf dem 
Nordgau organisierte, zählte es zu dieser und zwar zum Vorland, zur eigentlichen 
Mark. Bei der Teilung der Markgrafschaft in die Verwaltungsbezirke Mark Nabburg 
und Mark Cham, fiel das Gebiet in den Bezirk von Nabburg. (Doeberl, Die 
Markgrafschaft auf dem Nordgau, München 1894, S. 16 f.) Mit der Entwicklung 
der Grafschaften finden wir die Gegend größtenteils im Besitze der Grafen von 
Sulzbach. Mittelpunkt der Herrschaft war Murach, das zuerst 11 10 erwähnt wird 
mit dem Ministerialen Gerunch de Mourach, der den Grafen Berengar I. von Sulzbach 
auf dem italienischen Feldzuge begleitet. (MB. III, 14. — Moritz, Grafen von 
Sulzbach I, 371). Mit Graf Gebhard II. starb 1188 der Mannesstamm der Sulz- 
bacher aus. Die Herrschaft Murach kam an den Gemahl von Gebhards Tochter 
Elisabeth, an den Grafen Rapoto I. von Ortenburg (f 1190). 

1268 — 1272 gelang es dem Herzog Ludwig dem Strengen von Oberbayern 
die Grafschaft Murach von den Ortenburgem an sich zu bringen. Am 18. März 1285 
bestätigte Graf Rapoto IV. von Ortenburg nach dem Tode seiner beiden Brüder 
den Verkauf der Grafschaft nochmals ausdrücklich (Moritz a. a. O.). Daß sich 
Herzog Ludwig schon um 1270 als Herrn des Gebietes betrachtet hat, beweist sein 
zwischen dem Spätherbst 1269 und dem September 127 1 angelegtes Salbuch, das die 
Burg (castrum) Murach mit allen zugehörigen Besitzungen nennt, darunter u. a. den 
Markt (forum) Viechtach, die Orte Winklam und Tiefenbach (jetzt B.-A. Wald- 
münchen) etc. (MB. XXXVI a, 419 f-) 

Zur Herrschaft Murach gehörte noch in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts 
Schneeberg, wo 1237 ein Richter des Grafen von Ortenburg sitzt; femer ursprüng- 
lich vielleicht auch Reichenstein und Schönsee. Einige Orte waren leuchtenbergisch. 

Im herzoglichen Salbuch von ca. 1270 finden wir Schneeberg als eigenes Amt 
und zwar bei Niederbayern, zum teil mit denselben Orten, die beim oberbayerischen 
Gebiet als Zugehör zur Burg Murach eingetragen sind, Tiefenbach, Winklam, Weiding 
(sol ein stat sein, da gehoemt XXVI dorffer zuo und ligent oede), Frauenstein etc. 
(MB. XXXVI a, 448 f) Das Salbuch setzt hinzu, daß diese Güter samt dem Gericht 
der Herzog (Heinrich) von Friedrich Sigenhofer gekauft hat. (Vgl. VO. V, 476.) 

Wie die Herrschaft Schneeberg, so war auch die Herrschaft Reichenstein 
mit Schönsee bereits im 13, Jahrhundert von Murach abgetrennt. Im Anfange 
des 14. Jahrhunderts ist sie im Besitze der böhmischen Herren von Hostau und 
Muttersdorf. 

Im Urbar von 1326 ist das Amt Murach beim oberbayerischen Vizedomamt 
Burglengenfeld angeführt. (MB. XXXVI a, 591.) Das Amt Schneeberg aber (mit 
der Burg Altenschneeberg und der Burg Frauenstein) ist im ungefähr gleichzeitigen 
Salbuch des niederbayerischen Vizedomamts Straubing vorgetragen, und zwar wieder 
zum Teil mit denselben Orten, die im Burglengenfelder Salbuch von 1326 beim Amt 
Murach auftreten (Weiding, Winklam etc.). (MB. XXXVI b, 351.) 



Einleitung. ^ 

Bei der Teilung Niederbayerns 1331 kam »Sneberg die bürg und was dartzu 
gehört« (also auch Frauenstein) an Herzog Heinrich XV. den Natternberger. 
(G. Frhr. V. Lerchenfeld, Die altbayerischen landständischen Freibriefe, München 
1853, S. LXIII.) Schon am 6. November 1332 überiieß Heinrich XV. seinen Teil 
wieder seinem Vetter Heinrich XIV. und beim Aussterben der niederbayerischen 
Linie wurde 1340 Niederbayem und mit ihm die Herrschaft Schneeberg mit Ober- 
bayem unter der Regienmg des Kaisers Ludwig des Bayern vereinigt. Als die Söhne 
des Kaisers Ludwig (f 1347) nach kurzer gemeinsamer Regierung am 13. September 1349 
das Land wieder teilten, muß Schneeberg, mit dem 1348 die Satzenhofer belehnt 
worden waren, mit Niederbayem an die Herzoge Stephan, Wilhelm und Albrecht 
gekommen sein. Wir besitzen kein spezifiziertes Verzeichnis des niederbayerischen 
Anteils von 1349. Aber bei der Teilung Niederbayems 1353 wird unter den einzeln 
angeführten Besitzungen Schneeberg nicht genannt, ebensowenig bei den folgenden 
Teilungen. 

Als Kaiser Ludwig der Bayer im Haus vertrag von Pavia 1329 seine bisherigen 
Lande, Oberbayern und die Pfalz, mit den Nachkommen seines Bruders Rudolf 
teilte, kam der oberbayerische Teil unseres Gebietes (Murach di burch, Viechtach 
der marcht), also etwa die westliche Hälfte des heutigen Bezirksamts, mit der Haupt- 
masse des Vizedomamts Burglengenfeld an die Rudolfinische Linie. (Quellen u. 
Erörterungen z. bayer. u. deutschen Gesch. VI, 301.) Seitdem war das Amt Murach 
pfalzisch. 

Am 18. Februar 1338 erfolgte eine Teilung der pfalzischen Lande zwischen 
den beiden Söhnen Rudolfs I., nämlich Rudolf II. und Ruprecht I. und dem 
Sohne ihres Bruders Adolf, nämlich Ruprecht 11. Das Amt Murach fiel an 
Ruprecht II. Von 1347— 1353 regierten Ruprecht L und Ruprecht 11. ihre 
Besitzungen wieder gemeinschaftlich. Bei einer neuerlichen Teilung 1353 fiel 
Murach wieder an Ruprecht U. Es unterstand dem Vizedomamt Nabburg. Es war 
die Zeit, in der es Kaiser Karl IV. gelang, einen beträchtlichen Teil der heutigen 
Oberpfalz zu seiner Hausmacht, dem Königreich Böhmen, zu schlagen. Auch unser 
Gebiet wurde von Karls Bestrebungen berührt. Als Pfalzgraf Ruprecht II. im Kriege 
des Markgrafen Ludwig des Brandenburgers gegen den falschen, von Karl IV. unter- 
stützten Waldemar 1348 in die Gefangenschaft der Sachsen gefallen war, benützte 
Kaiser Karl IV. die Gelegenheit, sich für die Summe von 12000 Schock Prager 
Pfennige, mit der er im Mai 1353 den Pfalzgrafen aus der Gefangenschaft löste, 
am 17. Juli 1353 von den beiden Ruprechten eine Anzahl Festen, darunter auch 
Murach, verpfänden zu lassen. (Koch u. Wille I, 2739. — Bavaria U, i, 433. — 
Emil Werunsky, Gesch. Kaiser Karls IV. und seiner Zeit, Innsbruck II [1882], 352.) 
Doch versprach Karl IV. schon am 29. Oktober desselben Jahres, Murach wieder 
herauszugeben. (Koch u. Wille I, 2759. — Werunsky, a. a. O. II, 360.) Einen 
Monat später (29. Nov. 1353) wurde mit andern Festen und Orten auch Murach der 
Gemahlin des Pfalzgrafen Ruprecht IL, Beatrix, gegen Verzicht auf ihre Morgengabe 
und ihr Widum verschrieben. (Koch u. Wille I, 4950.) 

Hatte Karl IV. Murach nur vorübergehend als Pfand in Händen, so erlangte 
er die Lehenschaft von anderen Bestandteilen unseres Gebietes auf die Dauer. 



4 VII. B.-A. überviechtach. 

1350 trugen die Landgrafen von Leuchtenberg die ausgedehnte Herrschaft Reichenstein 
und Schönsee, welche sie 1333 und 1334 von den böhmischen Herren von Hostau 
gekauft hatten, der Krone Böhmen zu Lehen auf. Reichenstein und Schönsee 
blieben böhmisches Kronlehen bis zum Frieden von Preßburg 1805. (VO. V, 223 f.) 
Das Halsgericht, Wildbann, Zoll, Geleit, Bergwerk, Jahr- und Wochenmärkte waren 
in dieser Herrschaft Reichslehen. 

Auch die Lehenschaft von Frauenstein brachte Karl IV. dauernd an sein Haus ; 
sie blieb ebenfalls bei Böhmen bis zum Frieden von Preßburg 1805. (VO. V, 223 f.) 

Nach dem Tode des kinderlosen Ruprecht L (1390) wurden Pfalz und Ober- 
pfalz in der Hand Ruprechts II. wieder vereint. Die Vereinigung dauerte fort 
während der Regierung seines Sohnes Ruprecht III., der von 1400 — 1410 zugleich 
Deutscher König war. Als nach dem Tode des Königs Ruprecht 14 10 die pfalzi- 
schen Lande unter seinen vier Söhnen geteilt wurden, kam Amt Murach, das zum 
Kurpräzipuum gehörte, an den Kurfürsten Ludwig III. 

Zwischen den pfalzischen Amtern Murach und Tännesberg lag als Enklave 
Schloß Wildstein, seit 1373 leuchtenbergisch, 1409 aber von Landgraf Johann an 
Hermann den Frankengruner verkauft, der die Feste dem Pfalzgrafen Johann dem 
Neunburger oder Neumarkter zu Lehen auftrug. Durch Vertrag vom 26. September 
1411 ging die Lehenschaft von Wildstein von dem Pfalzgrafen Johann an den 
Kurfürsten Ludwig über. Und Wildstein bildete von nun an einen Bestandteil 
des Amtes Murach. (Anschauliche Auskunft über den damaligen Gebietsbestand 
im Bezirksamte gibt die Karte von Hugo Graf von Walderdorff, Die Oberpfalz 
unter Pfalzgraf Johann, beigegeben der Abhandlung von Christian Haeutle, Die 
Oberpfalz und ihre Regenten in den Jahren 1404 — 1448, VO. XXVII.) 

Auch die östliche Hälfte des Bezirksamts Oberviechtach, welche seit Karl IV. 
im wesentlichen unter böhmischer Oberhoheit stand, wurde nach und nach unter 
die pfalzische Landeshoheit gebracht, mit Bewahrung des Charakters als böhmisches 
Kronlehen. Die Bestrebungen in dieser Richtung begannen schon im 15. Jahrhundert. 
(VO. VI, 174.) Am 18. Juli 1489 trugen die Gebrüder Wilhelm und Hans Satzen- 
hofer ihren Teil an Frauenstein, Winklarn und Altenschneeberg dem Pfalzgrafen 
Otto von Mosbach zu Lehen auf. Und 1530 begab sich der Besitzer von Frauen- 
stein, Reichenstein und Schönsee, Hans Fuchs von Schneeberg, mit diesen seinen 
böhmischen Lehen und außerdem mit Schneeberg und Winklarn in den Schutz des 
Kurfürsten Ludwig und seines Bruders, des Pfalzgrafen Friedrich: er erklärte sich 
und seine Erben mit diesen Gütern als oberpfalzische Landsassen, behielt aber 
das OfFnungsrecht von Frauenstein, Reichenstein und Schönsee, welche böhmische 
Lehen blieben, dem Könige von Böhmen vor. Und 1544 wurde auch zwischen 
dem König von Böhmen und dem Pfalzgrafen Friedrich eine Einigung dahin erzielt, 
daß die Inhaber der böhmischen Lehengüter von nun an das Ungeld an die Pfalz 
entrichten sollten. (Vgl. dazu auch VO. VI, 174 f.) 

So war endlich das ganze heutige Bezirksamt Oberviechtach im 16. Jahrhundert 
kurpfalzisch geworden. (Den so geschaffenen Gebietsbestand veranschaulicht die 
Karte »Kirchliche Einteilung der kurpfölzi sehen Gebiete in der Oberen Pfalz 1621 
bis 1648«, von Hugo Graf von Walderdorb'f, beigegeben der Abhandlung von 



Einleitung. c 

Fr. Lippert, Die Pfarreien und Schulen der Oberpfalz kurpfälzischen Anteils 1621 
bis 1648, VO. LIII [1901]. M. KiRMAiER, Hist. Karte von Bayern zur Übersicht der 
territorialen Entwicklung von 11 80 bis jetzt, München 1883, und Adolf Brecher, 
Darstellung der geschichtlichen Entwicklung des bayer. Staatsgebietes, Berlin 1890, 
rechnen, einer älteren falschen Anschauung folgend, das Gebiet der Herrschaft 
Schönsee und Reichenstein bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zur souveränen 
gefürsteten Grafschaft Stömstein der Fürsten von Lobkowitz und lassen es irrtümlich 
erst 1806 mit dieser Grafschaft in Bayern einverleiben. Die Lobkowitz hatten die 
Herrschaft nur von 1669 bis 17 13 inne.) 

Mit der übrigen Oberpfalz fiel auch unser ganzes Gebiet 1628 an den Kur- 
fürsten Maximilian L von Bayern : die Oberpfalz ist seitdem eine bayerische Provinz. 

Kriegsdrangsale hatte unsere Gegend vor allem durch die Lage an der 
böhmischen Grenze in reichlichem Maße zu erdulden. Bei dem Einfalle des böhmi- 
schen Königs Ottokar 1266 wurde sie in Mitleidenschaft gezogen. Die Greuel der 
Husitenkriege hatte sie in Fülle zu kosten. Der Dreißigjährige Krieg und der 
Osterreichische Erbfolgekrieg verliefen verhältnismäßig schonend für den Bezirk. 

Wie in der übrigen Oberpfalz, so fanden auch hier im 16. und 17. Jahrhundert 
mehrfache Religionsänderungen statt. 

1803 wurde das Amt Murach aufgelöst und mit Neunburg v. W. zu einem Land- 
gerichte vereinigt. Bei der Territorialeinteilung des Königreichs Bayern 1808 fiel 
das Landgericht Neunburg v. W. an den Naabkreis, 18 10 an den Regenkreis, bei der 
letzten dieser Einteilungen 1838 endlich an den Kreis Oberpfalz und Regensburg. 
1840 wurde aus dem früheren Amte Murach, aus den ehemaligen Herrschaften 
Reichenstein und Schneeberg ein eigenes Landgericht Oberviechtach gebildet. Bei 
Errichtung der Kgl. Bezirksämter (1862) wurde das Landgericht Oberviechtach in 
verwaltungsrechtlicher Beziehung dem Bezirk Neunburg v. W. zugeteilt; in gericht- 
licher Beziehung blieb es bestehen, seit 1879 ^^^ ^^^ Titel Amtsgericht. Am 
I. Oktober 1900 wurde der Amtsgerichtsbezirk Oberviechtach vom Bezirksamt Neun- 
burg abgetrennt und als eigenes Bezirksamt organisiert. 

In kirchlicher Beziehung gehörte das ganze Gebiet stets zur Diözese 
Regensburg. 



VII. B.-A. Oberviechtach. 



LITERATUR. 

Die in Heft I, B.-A. RodiDg, S. 8 — 20, gegebenen Literaturhinweise haben in 
der Hauptsache auch für das Bezirksamt Oberviechtach Geltung. Wir notieren 
außerdem : 

Zu I. Geschichte: v. Fink, Zur Gesch. d. ehem. Amtes Murach in der 
oberen Pfalz, nebst Nachtrag, Geöffnete Archive, Jahrg. III, Heft 3, S. 287 ff. — Ders., 
Auszug aus dem Salbuche Herzog Heinrichs von Niederbayem von ca. 1278, VO. V, 
476 ff. — Ders., Nachtrag zur Monographie des ehem. Amtes Murach. VO. VI, 165 ff. 

— Gg. Dorrer, Wartberg, Haus Murach und Wildstein, Bayerland XII (1901), 391 ff. 

— M. DoEBERL, Entwickelungsgeschichte Bayerns, Bd. I, München 1906. 

Die spezielle ortsgeschichtliche Literatur ist bei den einzelnen Orten angegeben. 

2. Rechtsverhältnisse: Gründliche Information und Vorstellung, was es 
mit dem im Fürstenthumb der Obern Pfaltz gelegenen Königl. Böhaimbischen Lehen- 
Gut Schönsee und dessen Pertinentiis vor eine Beschaffenheit habe, und daß selbiges 
denen Auffsessischen Interessenten mit Recht keines weegs entzogen werden könne, 
s. 1. e. a. — Wahrhaft und gründlicher Bericht, was es mit weyland Herrn Hannß 
Christoph Fuchsen von Walpurg des Altem von denen Wildensteinischen und Con- 
sorten angesprochenen Verlassenschaft vor eine eigentliche Bewandtniß habe. Wie 
alles mit denen bey Händen habenden, dann bei Churfürstl. hochlöbl. Regienmg 
Amberg bey der den 5. May 1688 angestellten Tagsatzung ordentlich reagnoscirten 
Originalien beleget worden. — Drei unparteiische Rechtsbelehrungen, worin gezeigt 
wird, daß die etc. Herrschaft Schönsee denen Grafen von Aufseß zugehörig sei, 
Amberg 1 698. — Ludwig Freiherr von Egckher, Vortrag über das Landsassenwesen 
in der obem Pfalz 1804. MS. im Kreisarchiv Amberg. (Enthält insbesondere auch 
eine Matrikel der Landsassengüter mit wertvollen Angaben über die Besitzer zu den 
verschiedenen Zeiten.) 

4. Kulturgeschichte: Fünfter Absatz (Steinkreuze, Sühnekreuze, Mord- 
kreuze). R. ScHUEGRAF im Bayer. Volksblatt 185 1, Nr. 47. — H. OriE, Handbuch 
d. kirchl. Kunstarchäologie, Leipzig P (1883), 382 f. — H. Bergner, Handbuch d. 
kirchl. Kunstaltertümer in Deutschland, Leipzig 1905, S. 365 f. 

6. Topographie: G. L. Beyer, Adas von Bayern, Nürnberg 1836, Regen- 
kreis. — Karl Hohn, Atlas von Bayern, Nürnberg 1840. — Joseph Plass, Geschicht- 
liche, geographische u. statistische Darstellung des Amtsgerichts Oberviechtach. MS. 
im Besitze des Herrn Direktors L. Auer im Kassianeum in Donauwörth. (Vgl. dazu 
J. Traber, Lehrer Joseph Plass, der Geschichtschreiber der Oberpfalz. Eine Skizze 
seines Lebens u. Wirkens. Donauwörth [1899]. — VO. LI, 315 — 322. - Bayerland 
1899, S. 96; 1900, Nr. 9, zweites Blatt. — Kunstdenkmäler der Oberpfalz VI, 
B.-A. Cham, Vorwort.) — Sal- und Zinsbuch des Amtes Murach von 1606, mit einer 
ausführlichen Grenzbeschreibung des Amtes. Reichsarchiv München, I^iteralien d. 
Landger. Murach, Nr. i. 

7. Karten: Aigentliche Contrafactur deß Chur Ampts Murach, wie daßelbige 
gelegen, was für Märckht, Hofmarken, Dörffer, aintzige Haiser, Hofe vnd mülen 
darinnen, mit welchen Amptem, vnd Herrschafften es grenitzt, etc., entworffen vnd 
verfaßt durch mich Conrathen Zwickhen pflegem gedachts Ampts Zu vnderthenigen 



Abkürzungen häufiger genannter Werke. 7 

Ehre der Churf. hochloblichen Regierung, Herrn Vicedom, Cantzler vnd Rhäten 
Zu Amberg seinen gnedigen gepietenden Herrn Dediciert Anno 1589. Reichsarchiv 
München, Plansammlung Nr. 3219. — Karte von Schönsee u. Umgegend von 1626. 
Reichsarchiv München, Plansammlung Nr. 3001. 



ABKÜRZUNGEN 

häufiger genannter Werke. 

Cgm. — Cod. germ. der Kgl. Hof- und Staatsbibliothek München. 

Destouches, Oberpfalz. — Jos. v. Destouches, Statistische Beschreibung der Oberpfalz, Sulz- 
bach 1809. 

Götz. — Wilh. Götz, Geographisch-Historisches Handbuch von Bayern, 2 Bde., Mtlnchen und 
Leipzig 1903. 

Hund I, II, III. — Wiguläus Hund, Bayrisch Stammenbuch, 2 Teile, Ingolstadt 1585, 1586; 
2. Ausgabe, Ingolstadt 1598. 3. Teil bei Max Freiherr von Freyberg, Sammlung histor. 
Schriften u. Urkunden, 3. Teil, Stuttgart u. Tübingen 1830. 

J anner. — Ferdinand Janner, Geschichte der Bischöfe von Regensburg, 3 Bde., Regensburg 
1883— 1886. 

Koch u. Wille. — A. Koch u. J. Wille, Regesten der Pfalzgrafen am Rhein, I, Innsbruck 1894. 

Matrikel R. — Matrikel des Bistums Regensburg, Regensburg 1863. 

MB. — Monumenta Boica, München 1763 fr. 

Mon. Germ. SS. — Monumenta Germaniae historica, Scriptores. 

Moritz, Grafen von Sulzbach. — Joseph Moritz, Stammreihe und Geschichte der Grafen von 
Sulzbach, Abhandlgn. d. Hist. Kl. d. Kgl. Bayer. Akad. d. Wissensch. (1833), I, 369 — 403. 

Oefele. — Felix Andreas Oefele, Rerum boicanim Scriptores, 2 Bde., Augsburg 1763. 

Piper. — Otto Piper, Burgenkunde. Mit Burgenlexikon. 2. Aufl., München u. Leipzig 1905 — 1906. 

Ried. — Thomas Ried, Codex chronologico*diplomaticus episcopatus Ratisbonensis, 2 Bde., 
Regensburg 18 16. 

Riezler. — Sigmund Riezler, Gesch. Baiems, Bd. I~VI, Gotha 1878— 1903. 

Reg. Boic. — Regesta sive rerum boicarum autographa, herausgeg. von K. II. v. Lang, M. Frhr. 
V. Freyberg u. G. Th. Rudhart, 13 Bde., München 1822— 1854. 

VO. — Verhandlungen d. Hist. Ver. von Oberpfalz u. Regensburg, Bd. I — LVI, 1831 — 1904. 

Graf von Walderdorff, Regensburg. — Hugo Graf von Walderdorff, Regensburg in 
seiner Vergangenheit u. Gegenwart, 4. Aufl., Regensburg 1896. 

Wittmann, Chronol. Darstellung. — Wittmann, Chronologische Darstellung der von den Pfalz- 
grafen und Herzogen aus dem wittelsbachischen Stamme vor dem Vertrage von Pavia auf 
dem Nordgau gemachten Erwerbungen, Abhandlgn. d. Hist. Kl. d. Kgl. Bayer. Akad. d. Wiss., 
Bd. V, Abteil. 2, 1849. 

Zimmermann, Kalender V. — Jos. Ant. Zimmermann, Chur-Bayrisch-Geistlicher Calender, V. Theil, 
Das Herzogthum der Obem-Pfaltz, München (1758). 



ALTENSCHNEEBERG. 

BÜRGSTALL. Hund U, 281 f., 380 ff. — v. Destouches, überpfah, S. 251.— 1 
Moritz, Grafen v. Sulzbach, I, 402 f. — Repertorium des topograph. Atlasblattes Schönsee, 
München 1859, S, 38. — Bavaria II, i, 575. — Das adelige Geschlecht der Zenger, 
bearbeitet von Joh. Ferd. Huschberg, mitget. von F. Hüttnek, Verhandl. d. Hisl. 
Ver. f. Niederbayem XXXVII (1901), S. 1 ff — (Jütz I, 814. — VO. IX, 134 ff-, 
140 f,, 145, 155, 158, 160 ff.; vgl. auch Register zu VO. 1— XL, s. v. Schneeberg. 



Fig. T. Allcmchncebcre. BurgiuJI, 19O). 

Schneeberg wird erwähnt, als 1237 der Richter Uietrich von Schneeberg (Die- 1 
tricus judex de Sneberg) der auf der Burg Murach vollzogenen Schenkung von 
Schwarzhofen an das Kloster Hl. Kreuz in Regensburg als grätlich Orten burgischer 
Ministeriale anwohnte. (Ried I, 382. ^ Janner II, 378. — Moritz, Grafen v. 
Sulzbach, S. 374-) Im herzoglichen Salbuch von ca. 1270 wird die Burg angeführt 
mit den Worten: »Daz ist das haus ze Sneberch mit der gült als geschriben». 
(MB. XXXVIa, 448.) Bei dem Ausgleiche, der am 18. Juli 1280 zwischen dem Herzog 
Ludwig von Oberbayem und dem Herzog Heinrich von Niederbayem vereinbart 
wurde, wurde u. a. auch bestimmt, daß der junge Sigenhofer mit der Burg Sneberch 



lO VII. B.-A. Oberviechtach. 

, (puer Sigenhoven cum Castro Sneberch) innerhalb 14 Tagen dem Herzog Heinrich 
wieder zurückgegeben werden solle. (Quellen u, Erörterungen z. bayer. (Jesch. V, 
330.) Am 24. Februar 1296 verlieh der Herzog Otto von Niederbayem dem Friedrich 
von Sigenhofen die Burg Neuburg dafiir, daß ihm dieser seine Burg Schneeberg 
überließ. (Oefele II, 317. — MB. XXXVI b, 443, 469. — Vgl. das Urbar des 
Vizedomamts Straubing vom Anfang des 1 4, Jahrhunderts, wo bei dem Gericht Sne- 
berch gesagt wird: »daz ist des Sigenhovers gut« und dabei an erster Stelle erwähnt 
wird: »Sneberch diu purkh.« (MB. XXXVI b, 351.) Nach den Pfandbüchem von 1318 
und 1339 war das castrum Sneberch mit allem Zubehör damals dem Heinrich Kams- 
perger verpfändet. (MB, XXXVI b, 414, 469, 479.) 



1348 belehnte Markgraf Ludwig der Brandenburger mit Zustimmung seiner 
Brüder Stephan und Ludwig die Satzenhofer mit der Feste Schneeberg und aller 
Nutzung derselben. (M. F. v. Freirerg, Beurkundete Gesch. Herzog Ludwigs des 
Brandenburgers, Abhdlgn. d. Hist. KI. d. Kgl. Bayer. .A.kad. d. Wissensch., II. Bd., I. Ab. 
[1837], S. 176. — Hund U, sSi. — MB. XXXVI b, 479} Urkundlich z. B. 1355 Ulrich 
der Saczzenhofläer von dem Snewerg; 1372 Ott Chaetzelstorfer Richter ze dem 
Sneberch. (MB. XXVI, 155, 189.) Um 1400 gelangen die Zenger in Besitz von 
Schneeberg. Tristram 1. der Zenger zum Schneeberg lag von 1425 — 1429 in Fehde 
mit den Münchener Herzogen und scheute sich nicht, die Husiten zu seiner Hilfe 
herbeizurufen. (Riezler III, 275. — Andreas v. Regensburg, ed. Leidinger, 
S. 330. — Verhandig. d. Hist. Ver. v. Niederbayem XXXVII [1901), 53. — Würdinger, 
Kriegsgeschichte 1, 161 f.) Dabei dürfte die Burg Schneeberg \on den Herzoglichen 
angegriffen worden sein; denn am zi. September 1429 bekennt Amolt von Kammer 
zu Kammer, daß Herzog Ernst ihm zwei Pferde, wovon eines auf dem Ritt vor den 
Sneberg abgangen ist, bezahlt habe. (Reg. Boic. XIII, 158. — Oefele II, 304.) 

An der Schlacht bei Hiltersried gegen die Husiten (ii. Sept. 1433) nahm der 
siebzigjährige Hans Zenger von Schneeberg henorragenden Anteil. (VO. IX, 156 ff.; 



Alien ich Dceberg. 1 1 

XIV, 318, 335- — Bavaria II, i, 575. — Riezier III, 289. — J. Würdinger, Kriegsgesch. Bur 
von Bayern etc. von 1347 — 1506, München I [1868), 189.) Er heißt in der Sage: »der <'*" 
wilde Zengerc oder >der wilde Hans*. Von ihm erzählt die Sage: Als alter Mann 
erglühte Hans der Zenger in Liebe zu Eleonore, der Tochter des Wilhelm von 
Satzenhofen auf dem nahen Frauenstein. Er entführte die Jungfrau nach der Burg 
Hirschstein in Böhmen; als er sich dort in der Schloßkapelle trauen lassen wollte, 
erschien der Bräutigam Eleonorens, Wolf von Blankenburg, und nahm ihm seine 
Braut ab. (Das soll nach Plass 1436 gewesen sein.) Dann soll i der wilde Zenger« 
oder >der wilde Hansa in das Kloster Schönthal eingetreten sein. (VO. IX, 158 — r6i.) 
Das Klosterleben soll er nach der Sage durch die Teilnahme an der Schlacht von 
Hiltersried unterbrochen haben. »Nach einer 1824 entdeckten, vormals im Turm 
zu Schönthal eingemauerten Schrift liegt der wilde Hans dort begraben und gab 
600 Gulden zum Turmbaue.* (Bavaria II, i, 576, — VO. IX, 161,) 



oi 



Tristram IL der Zenger verhieß 1459 dem Herzoge Ludwig dem Reichen von 
Landshut mit acht reisigen Pferden zu dienen und »ihm die Burg Schneeberg, wie 
oft er es bedürfe, zu öffnen; ginge aber selbe in einem Kriege verloren oder würde 
sie zerschossen, so solle der Herzog den Schaden ersetzen«. (Verhandl. d. Hist. 
Ver. f. Niederb. XXXVU, 56.) 

Am 14. Juli 1489 traten Jörg und Jobst die Zenger von Schneeberg dem 
Löwenbunde bei. (Krenner, Landtagshandlungen X, 189. — Riezler III, 537. — 
VO, IX, r6i; XXV, 144, 151.) .Am 18. Juli 1489 bekennen Wilhelm und Hans 
Satzenhofer Gebrüder, daß sie dem Pfalzgrafen Otto, um dessen schon von ihrem 
Vetter Christoph Satzenhofer selig verscherzte Gnade wieder zu gewinnen, sihren 
Teil zum Frauenstain, desgleichen zu Winklarn und Alten Schneepergs zu Lehen 



la VII. U..A. OberviechUch. 

auftragen. {Reichsarchiv München, Ober- 
pfälzer T,ehenurkk. Kr. 796.) Am a. Okt. 
1490 nahm der Böhmenkönig VVladislaus 
die Burgen und Schlösser der Löwler, 
darunter auch Schneeberg , in seinen 
Schutz. (Krenner, Landtagshandlungen 

X, 320. — RlEZLER m, 540. — VO. IX, 

161.) igoS verkaufte Georg Zenger die 
Feste Schneeberg an Thomas Fuchs, der 
auch Tiefenliach, Schönsee, Frauenstein 
und Reichenstein erwarb und 15 12 Reichs- 
hauptmann von Regensburg wurde. (Über 
Thomas Fuchs, f 1526, begraben in der 
Dominikanerkirche in Rcgensburg, vgl. 
(JRAF VON Walderdorkf, Regensburg, 
S. 36, 392, 397, 545.) Fuchs war einer 
der Vertreter der Reichsstadt Regensburg 
auf dem Reichstag in Worms. (Gemeiner, 
Regensburgische Chronik IV [1824], 408 ff.) 
Thomas Fuchs, dessen Aufenthalt in 
Fig. 4. AUtn)chn«b«g. Toicnbrfurr, Schnccberg beglaubigt ist (Gemeiner a. 

a. U, IV, 410), hat die Burg Altenschnee- 
berg nicht mehr bewohnt; diese dürfte damals schon Ruine gewesen sein. Die 
Besitzer der Herrschaft Schneeberg bewohnten seitdem das Schloß in dem nahen 
Tiefenbach. (Kunstdenkmuler der Oberpfalz, Heft IV, B.-A. VValdmünchen, S. 54 ff.) 
Laut Urkunde vom Mittwoch nach Reminiscerc 1530 bekennt Hanns Fuchs 
zum Schnceberg und Frauenstein, Ritter, Sohn des Thomas Fuchs, daß er für sich 
und seine Erben und Nachkommen aus freiem guten Willen in ewige Zeit mit den 
nachgenielten Schlössern und Flecken, nemlich Frauenstain, Reichenstain und Schön- 
see, weiche drei Stück bebemische Lehen sind, mehr Schneberg, Wincklam und 
allem anderin vorm Behemer Wald gelegen, auch allen darzu gehörigen Gütern, 
Rechten und Gerechtigkeiten sich in den Schutz und Schirm des Pfalzgrafen und 
Kurfürsten Ludwig und seines Bruders Herzog Friedrich gegeben und für Ihrer fürst- 
lichen Gnaden I^anilsassen erklärt habe, »Wir sollen und wollen auch füron in 
kriegsleuffen und andern des fiirstentumbs notturften der Pfalz in allen diesen 
unnsern heusern (ausgenomen der schloß und flecken Frauenstein, Reichenstein und 
Schönsec, so behemische leben sind, darinnen soll königlich Mayestat und die chron 
Beham uad sonst niemand hindan geschiden sein) wider menighch, wie sich gebürt, 
Öffnung geben. 8 Würden er oder seine Erben Schneeberg oder andere Güter, welche 
bis jetzt keine Lehen sind, zu Lehen machen wollen, so würden diese nur den ge- 
nannten Pfalzgrafen und deren Erben auf gebührliche Vergleichung zugeeignet werden. 
In der »Relation Herrn Grafens Joachim Schlickhens Königl. Böheimbischen 
Teutschen Lehen -Haubtnianns wegen der Thonia Fuchsischen Lehen de dato Prag 
den 27. September Anno 1557^ (gedruckt in »Gründliche Information* [vollst. Titel 
S. 6! als Beil. Lit. B.) wird auch erwähnt »Dorf Alt-Schnee berg, darinn ein alt zer- 
brochener Burg-Stall stehet, das seye ein sonderlicher Auffsitz gewesen, und wäre 
der Churfiirst liehen Pfaltz clermassen \ersch rieben, wann es zu Lehen gemacht werden 
sollte, (laß es keiner andern, dann solcher Herrschaft vor männiglich wiederfahren 



Altenschneeberg. — Dietersdorf. — Eigclsberg. — Frauenstein. 13 

und erfolgen müsste.« Auf der Karte von Schönsee und Umgegend von 1626 Burgstal 1. 
(Reichsarchiv München, Plansammlung Nr. 3001) ist das Bergschloß als Ruine ab- 
gebildet mit der Bezeichnung »Schnebercher Schloß«. (Bei Ph. Apian, 24 Bayrische 
Landtafeln, 1568, irrtümlich noch unter Dach.) Jetzt Besitz des Herrn Grafen Du 
Moulin-Eckart auf Bertoldsheim und Winklam. 

Der Burgstall liegt auf einer ganz kahlen Bergkuppe, mit einem Vorsprunge Beschreibung, 
nach Süden, 768 m über dem Meere, rund 250 m über der Niederung, durch welche 
die Straße von Irlach nach Winklam führt. Inmitten und auf Granitblöcken. 
(Grundrißskizze u. Profile Fig. 3. Ohne Maß. — Ansichten Fig. i u. 2.) 

Das schmale und lange Plateau oder die Kuppe, auf der die Burg stand, zieht 
sich von Norden nach Süden. Aufgehendes Mauerwerk ist nicht erhalten. Der Zu- 
gang war im Norden; hier, wo die Kuppe mit dem Massiv zusammenhängt, ist ein 
Wall und Graben vorgelegt. Auf dem obersten Granitblock stand wohl der Turm. 

»Die letzten Trümmer dieser Ruine wurden zum Kirchturmbau in Heinrichs- 
kirchen verwendet.« (VO. IX, 135. — Bavaria II, i, 575.) 

Über die verschiedenen Sagen, die sich an die Burg knüpfen, vgl. Schönwerth 
n, 173 f., 411 f. (Unterirdischer Gang nach Frauenstein ; Schätze in einem Schacht; 
der wilde Hans, gen. der Riese von Altschneeberg etc.) 

DIETERSDORF. 

KATH. KIRCHE. Modern. Kirche. 

Im Orte alte HOLZHÄUSER, mit abgewalmtem Giebel. Holzhäuser. 

EIGELSBERG. 

Ehem. SCHLOSS. v. Destouches, Oberpfalz, S. 252. — Bavaria II, i, 573. Schloß. 

— Sperl, Viertel Jahrsschrift f. Wappenkunde, herausgeg. vom Verein Herold, Berlin 
XXVIII (1900), 433. — VO. VI, 168; XVm, 244. 

FRAUENSTEIN. 

BURGRUINE. Hund II, 281 — 282. — v. Destouches, Oberpfalz, S. 256. Burgruine. 

— J. V. Fink, Versuch einer Gesch. d. Vicedomamtes Nabburg, München 1819, 
S. 146. — Repertorium des topographischen Atlasblattes Schönsee, München 1859, 
S. 35 (mit imrichtigen Angaben). — Bavaria II, i, 574. — VO. IV, 423 f., 444; V, 223, 
476; VI, 89; VII, iio; IX, 158fr., 162, 164; XIV, 326, 328, 336; XV, 39; XVII, 
234; XVIII, 267; XIX, 155; XXV, 280; XL, 176. — - E. Roth, Gesch. der freih. 
Familie Karg v. Bebenburg, München, als Manuskript gedruckt, 1891, S. 109 ff. 

Die Angabe, daß Frauenstein beim Einfalle des Böhmenkönigs Ottokar 1266 Ocschichtc. 
zerstört worden sei (Repertorium d. topograph. Atlasblattes. — Vgl. VO. IX, 156), 
ist nicht beglaubigt. Im herzoglichen Saalbuch von ca. 1270 wird beim Amt Schnee- 
berg erwähnt »Fraunstein dev burch«, ebenso im Urbar des Vitztumamts Straubing 
vom Anfang des 14. Jahrhunderts »der Frawenstain, ein purkh«. (MB. XXXVI a, 449; 
XXXVI b, 353.) Frauenstein hatte Herzog Heinrich von Niederbayern in der zweiten 
Hälfte des 13. Jahrhunderts mit dem Gebiete des Amtes Schneeberg von Friedrich 
dem Sigenhofer gekauft. (V^gl. oben Altenschneeberg.) 



14 Vit. B,-A, Obcrviechtach. 

Frauenstein wurde im 14. Jahrhundert böhmisches Lehengut. Die näheren 
■ Umstände davon sind nicht bekannt. Es war wohl sicher unter Karl IV., was denn 
auch der Vertreter des böhmischen Fiskus im 16. Jahrhundert ausdrücklich behauptete. 
{Gründliche Information, was es mit dem Königl. Bohaimbischen Lehen-Gut Schönsee 
vor eine Beschaffenheit habe, § i, A.) In der zweiten Hälfte des 14. und im 15. Jahr- 
hundert hatten die Satzenhofer den Fraueostein inne. 1435 bestellten Wilhelm und 



Fig. j. Frauenitcin. Bumruioe, 1905, 

Hans Satzenhofer Friedrich den Zenger zum Pfleger von Frauenstein. (Hund II, zSz.) 
Über die an Hans Zenger sich knüpfende Sage vgl. Altenschneeberg. Ebenda 
vgl. über eine Urkunde vom i8. Juli 1489 (oben S. 11). Im Anfang des 16. Jahr- 
hunderts {nach 1514) kam Frauenstein von den Satzenhofera an Thomas Fuchs. Vgl. 
über diesen Altenschneeberg S. 12; ebenda die Urkunde von 1530, durch welche 
Frauenstein oberpfalzisch wurde, aber böhmisches Lehen blieb. Am 31. Mai 1544 
erging vom römischen König Ferdinand, zugleich König von Böhmen, an Hans Fuchs 



Frauenstein. 1 5 

von Schneeberg, der auch Ftauenstein inne hatte, der Befehl, daß er jetzt, wie 1 
andere böhmische Lehensleute der Pfalz, von seinen in der Pfalz gelegenen böhmi- ' 
sehen Lehengütem das Ungelt der Pfalz entrichten solle, nachdem sich Ferdinand 
mit dem Pfalzgrafen Friedrich über diesen Punkt geeinigt. {Reichsarchiv München, 
Urkk. der Herrschaft Schönsee, Fase. 3.) Am 19. Januar 1580 belehnte Kaiser 
Rudolf II. den Andreas Georg von Murach auf Kümberg und Winklam und seine 



^ 



Frau Anna, Tochter des verstorbenen Hans Fuchs zum Schneeberg, und den aus 
der ersten Ehe der Frau Anna stammenden Sohn Hans Christoph Fuchs als Mit- 
belehnten mit den zwei söden« Schlössern Frauenstein und Reichenstein, dem 
Städtlein Schönsee und den Dörfern Weiding etc. {Reichsarchiv München, Urkk. d. 
Herrschaft Schönsee, Fase. 3. Abgedruckt in »Gründliche Information« etc. [voll- 
ständiger Titel S. 6], Beilage Lit. A.) Und bereits in der i Relation Herrn Grafens 
Joachim Schlickhens Königl. Böheimbischen Teutschen Lehen -Haubtmanns, wegen 
der Thoma Fuchsischen Lehen, de dato Prag den 27. Sept. 1557« (abgedruckt in 



l6 VII. B.-A. Oberviechtach. 

Burgruine. »Gründliche Information«, Beil. Lit. B) werden die beiden Schlösser Frauenstein und 
Reichenstein als »öd« und > zerbrochen« bezeichnet. Ebenso beide als »öd:< 1605, 
1613, 1626. (Gründliche Information etc., Beil. Lit. D, E, F.) 

Auf der Karte von Schönsee und Umgegend von 1626 (Reichsarchiv München, 
Plansammlung Nr. 3001) ist »Schloß Frauenstain« als Ruine eingetragen. Ebenso 
bei Ph. Apian, Landtafeln, 1568. Jetzt im Besitze des Herrn Grafen Du Moulin- 
Eckart auf Bertoldsheim und Winklam. 

Beschreibung. Die Ruine liegt auf einem, zum Teil aus Granitblöcken bestehenden Vorsprung 

des Waldrückens Frauenstein, 875 m über dem Meere, also 375 m über dem Aschatal, 
inmitten dichten Waldes, mit Steilabfall nach Westen. (Grundrißskizze Fig. 6. Ohne 
Maß. — Ansicht Fig. 5.) Es steht ein Mauerrest mit einer spitzbogigen Türöffnung. 
Sonst grasüberwachsene Schutthaufen, überschattet von alten Waldbäumen. 

Über die vielen Sagen, die sich an die romantisch gelegene Burg knüpfen, 
vgl. ScHöNWERTH II, 264, 408 — 410. (Riesen; weiße Jungfrau; schwarzer Hund, der 
einen Schatz bewacht; rote Männlein und Weiblein etc.) — Friedrich Panzkr, 
Bayerische Sagen u. Bräuche, München I (1848), 102. 

FUCHSBERG. 

Schloß. Ehem. SCHLOSS. Jetzt Brauerei. Einfacher rechteckiger Bau. Der ältere 

Teil ist das westliche Drittel; dieser dürfte noch in das Mittelalter zurückreichen. 
Im 14. Jahrhundert saßen auf diesem Leuchtenbergischen Lehengute die Zenger, 
im 15. Jahrhundert die Muracher, im 16. bis 18. Jahrhundert die Satzenhofer. (Reichs- 
archiv München, Leuchtenberger Lehenurkk. N. 270—286, 1274. — v. Destouches, 
Oberpfalz, S. 252. — Bavaria II, i, 573. — Bayerland XII [1901], 419. — VO. VI, 

172, 174; VII, 148, 152; X, 368; xxm, 313; xxxm, 82.) 

Kirche. KATH. KIRCHE ST. JAKOB. Bei Fuchsberg. Matrikel R., S. 258. Erbaut 

1766. Unbedeutend. Großenteils mit großen Granitquadem verblendet, die wohl 
einem älteren Bau entnommen sind. 

An der Westempore Wappen der Taufkirchen mit der Unterschrift: CarL 
CLeMext GRÄFE Vox taVffkI rC HEN zV fYChsberg gVttesbVrg et exgeL- 
bVrg obrIst LIevtesast Vnter taXIs CoVrasIr stIffter. (= 1761). 

Unter den vielen Votiv tafeln (St. Jakob ist hier Viehpatron) sind zwei 
bemerkenswert durch die Abbildung des Schlosses Fuchsberg von 1796. 

Der Bau ist ein charakteristisches Beispiel der bescheidenen oberpfalzischen 
Wallfahrtskapellen . 

G AISTHAL. 

Kirche. KATH. KIRCHE ST. LAURENTIUS. Nebenkirche (Expositur) der 

Pfarrei Oberviechtach. Matrikel R., S. 253. — Landsmann, Beschreibung von 
Gaisthal, 1843 — 1844. MS. im Hist. Ver. O. 352. 

Ganz schlichter Barockbau mit queroblongem, eingezogenem, gewölbtem Chor 
und flachgedecktem Schiff. Dachreiter mit Bimkuppel. 

Choraltar mit zwei Säulen und oberem Auszug, Spätrenaissancebau von 
schönen Verhältnissen, um 1660. Altarblatt: St. Laurentius auf Wolken, unten Land- 
schaft mit dem Orte Gaisthal. 

Kanzel, Spätrenaissance, einfach. 



Gaisthal. — Gleiritsch. 



17 



Auf dem nördlichen der beiden modernen Seitenaltärchen St. Maria mit dem Kirche. 
Kinde, gute Holzfigur der ersten Hälfte oder Mitte des 17. Jahrhunderts. H. 0,76 m. 

Votivbild in Hinterglasmalerei. Oben Maria, gekleidet (vielleicht die Figur 
auf dem nördlichen Nebenaltar), unten St. Laurentius zwischen Sebastian und Wendelin. 
Gestiftet von der Dorfgemeinde Gaißthall 1797 zum Dank für die Abwendung der 
Viehseuche. H. 0,78, Br. 0,61 m. Technisch interessant. Diese in der Gegend 
sehr verbreitete Technik erhielt sich hier bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts. 

Glocke: Ay£' MARIA - GRACIA • PLENA • TOMIN VS • TEC. Gotische 
Majuskeln. 14. Jahrhundert. Dchm. 0,43 m. 

Nach einer alten Sage stand die frühere Kirche 250 Fuß nördlich von der 
jetzigen. (Landsmann.) 

GLEIRITSCH. 

JoH. Bapt. Schütz, Chronik des Schlosses Trausnitz im Thal, 1890, S. 159. — Kirche. 
Bavaria II, i, 573. — VO. XXV, 155. — Benedikt Zehentmaier, Gleiritsch, 1845. 
MS. im Hist. Ver. O. 357. — Sperl, Vierteljahrsschrift f. Wappenkunde XXVIII 

(1900)1 357- 

KATH. KIRCHE ST. MARIA MAGDALENA. Filiale von Weidenthal; 
im Mittelalter Pfarrkirche. Matrikel R., S. 259. — VO. LEI, 215. 



Ivr 




Fig. 7. Gleiritsch. Grundriß der Kirche. 



Durchaus flach gedeckter Bau mit nicht eingezogenem, in drei Achteckseiten 
geschlossenen Chor. (Grundriß Fig. 7.) Chorbogen spitz. Westturm mit Pyramiden- 
dach. Die Langhausmauem sind der Rest einer romanischen Kirche. 
Drei Rokokoaltäre. 

Innen an der Nordwand des I^anghauses Grabstein der Katharina von Plassen- 
berg, geb. von Mistelbach, Witwe des Hans Christoph von Plassenberg. (Fig. 8.) 
Darauf die Verstorbene in ganzer Figur in Witwentracht, ein Gebetbuch in den Händen. 
Zu Seiten des Kopfes das Wappen der Plassenberger und Mistelbacher. Inschrift: 

Katharina von Plassenberg 

Ruhet hie vnder diesem werckh 

Ein gebome von Mistelbach 

Ihr Vatter war herr zu Lindach 

Johann von Mistelbach genandt 

In diesem Chur/ürstlichen landt. 

Des ampts halt .... etlich Jahr 

Beigeordneter Pfleger wahr, 

Heft VII. 2 



Ahärc. 
Grabsteine. 



l8 VII. B.-A. Oberviechtach. 

Antra von Merolizkaim gtbom 
War ihr Fraw mutter aufitrkom. 
Von Bechtahl man sie nennen tful 
iVeiln sie daselbst ihr wohnung het 
Johann Christoff von Plassenberg 
Äuff Glerilsehl sie aus Gottes werckk 
Eint rechten adelichen Herrn 
Getrawet -worden ist in Ehrn. 
Gleichwie die Eltern adlich wahren, 
Also thet die Tochter nach/ahm 
Dann sie war Ehrn und tugentvoll. 
Wie menniglich bewust ist wohl. 
Gott und sein wortt hielt sie in Ehrn 
Den armen sie half herzlich gern 
IVar sorgfältig und trew im haufi 
Und richtet al ding Embsig aus. 
Wie Sara Abram Ehren thet 
Also werdt sie ihrn Junckhern hett. 
War friedfertig wie Monica 
Und die recht Edle Portio. 
Sie hat geborn sieben Kindt 
Doch drey Söhn vier Töchter sindt 
Und ist die letxt von ihrem Stamm 
I I I I I I I I einenJ (?) nahm. 

Am Rande: 
EUnfftig und ein Jahr sie alt wahr. 
Im Ehestandt davon (.-) zwanzig Jahr 
Mit ihrem Junckhern lebt Friedlich 
Entschlieff endlich gantz seelig den acht 
und zwantzigsten Fehruary 
Fig. 8. Gitiriuch. Wardt Ehrlich begraben allhie 

Gott verleih Ihr m Christi namen 
Ein fröhliche Aufferstehung Amen, 
Um 1600. (Zehentmaier: 1587.) Kelhe im er Kalkstein. Gut. H. 1,80, Br.0,75 m. 
Außen an der Nordseite Grabstein. Oben: ANNO DOMINI 1584 DO- 
MINICA EXAVDI HANS LORNZ VON PLASSENBERG KAM AVS 
EDLEM GESCHLECHT VON ALTEM STAM IIIELD TVGEND WERD 
DIE EHREN VEST WART AVCH DAMIT GEZIRT AVFS BÖST HET 
NVCHTER SINN VND WAHREN MVND EIN ADELICH HERZ IN 
SEIM LEIB STVND DA NVN FVRHANDEN WAR SEIN ZEIT HOL T 
IN GOT IN DIE EWIG FREVD. In der unteren Hälfte das Wappen der 
Plassenberg und Saurzapf. Kalkstein. H. 1,68, Br. 0,66 m. J. B. Schütz, S. 159. 
Vor dem südlichen Eingang der Kirche im Boden Grabplatte, worauf ein 
großes Kreuz, das Wappen der Plassenberg und die Jahreszahl 1571. (Fig. 9.) 

Am Eingang zum Friedhof hegt ein Grabstein, worauf ein Kreuz und das 
Wappen der Plassenberg und Saurzapf und 1584 DEN jr MAY; offenbar der 
eigentliche Grabstein des Hans Lorenz von Plassenberg. (Fig. 9.) Granit. I,. 1,75, 
Br. 0,77 m. 



GleiriUch. 



Kelch, Silber, vergoldet. Die Kupa mit silbernen Blattoraanienten über- 
fangen. Inschrift; Hüronifttus Daniel Laiminger von Albemreidt auf GUyritsck 
RittmaiUer 1675. H. 0,205 "■- ^S'- S. 44 u- 47- 

G\oQ.\i,e: lOSEPH FILIPPI ZU STADTAMHOF GOSS MICH AO i7()8. 

Ehemaliges SCHLOSS. Schon um 1194: Oudalricus de Gleurast; um 1200: 
Marquardus de Gleurast. (MB, XXVII, 40, 43.) In der ersten Hälfte des 14. Jahr- 
hunderts sitzen hier die Zeller. (VO. XXtU. 146; XL, 117. — MB. XXVI, 100.) 
Am 21. Januar 1427 verkaufen Hans Hachenberger zu Glawracz, Anna seine Wirtin 
und Hans ihr Sohn an Rudiger Wartperger, Kaspar und Ulrich die Zenger, Albrecht 
den Muracher und Hans den T.osnitzer ihren Sitz zu GlawTacz um 343 rhein. Gulden. 
(Reg. Boic. XIII, 88. Vgl. dazu Chmel, Regesten des Königs Rupert Nr. 2673.) 



GlocLc. 

SchEoO. 



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1489 und 1490: Wilhelm Schiammersdorf er. (Krenner, Landtagshandlungen X, 188, 
310. — VO. XXV, 154, 158.) 1518: Wilhelm von Gleißenthal auf Schiammersdorf. 
1550—1647 die Plassenberg, dann die Portner, Laminger, Brandt, von 1696 bis ins 
19, Jahrhundert die Grafen von Kreuth, (Schütz, S. 159. — Sperl.) Stammbaum 
der Plassenberger bei J. G, Biedermann, Geschlechtsregister der Ritterschaft Landes 
zu Francken löblichen Orts-Gebürg, Bamberg 1747, Taf. 351 — 353. 

Das letzte Schloß stand sudlich von der Kirche. Das frühere Schloß aberßui 
war auf der Höhe östlich vom Ort, in der Waldabteilung »Blaßenberg«. Man sieht 



20 Vir. H.A. Oberviechtach. 

1-kaum noch Spuren. Kocli 1845 ^^^' schreibt Zehentmaier: »In früherer Zeit 
hatten die Herren von Plassenberg ihre Burg eine halbe Stunde östlich von dem 
Orte Gleiritsch und noch jetzt findet man unter großen Buchen die verwitterten 
Mauern eines einst umfangreichen massiven Gebäudes.« Kurfürst Friedrich UI. von 



der Pfidz belehnte am 25. September 1559 Christoph Jakob vom Plassenberg mit dem 
rburklein« Plassenberg und näher bezeichneten, dazu gehörigen Gütern. (Jakob 
Wille, Die Deutschen Pfälzer Handschriften d. 16. u, 17. Jahrb. der Universitäts- 
Bibliothek in Heidelberg, Heidelberg 1903, S. 61: l'al. Germ, 486, Oberpfälzisches 
Lehenbuch, Ende d. 16. Jahrh.) 



HAAG. 



KATH. KAPELLE ST. MATTH.4US. Zur Pfarrei Tiefenbach. tSaj— 1838 
erbaut. Matrikel R., S. 769. — VO. IX, 148. 

Dürftiger, flachgedeckter Bruchsteinbau. IJachreiter mit Bimkuppel. 

Auf dem Altar ovales Ölgemälde des hl. Matthäus, von Akanthusranken 
umrahmt. (Vgl. darüber VO. IX, 148.) 



HANNESRIED. 



KATH. KAPELLE. Modem. Ah ist nur der Kuppelturm, 18. Jahrhundert. 
Er stand früher ganz allein, ohne eine Kapelle — ist also ein interessantes Beispiel 
von Ersatz der in der Gegend vielfach üblichen hölzernen Glockenhäuser durch 
einen Steinbau. 



Heinrichskirchen. 3t 

HEINRICHSKIRCHEN. 

KATH. PFARRKIRCHE ST. NIKOLAUS, Matrikel R., S. 363. — Pf«. 
VO. LIU, 218. — See. Fehlner, Lokalgeographie der Pfarrei Heinrichskirchen 1845. 
MS. im Hist. Ver. O. 370. 

Einfacher Bau um 1750. Chor eingezogen, dreiseitig geschlossen. Langhaus- 
ecken innen abgeschrägt. Spiegeldecke. Gekuppelte Pilaster, über welchen Gesims- 
stücke. Turm südlich am Chor, 1894 neu gebaut. (Zum alten Turm waren die 
letzten Trümmer der Burg Alienschneeberg verwendet wonlen. VO. IX, 135.) 

Auf dem Krerienztisch Holzfigur des hl. Nikolaus, vom ehem. gotischen Hoti 
Hochaltar, sitzend. (Fig. 10.} Ende des 15. Jahrhunderts. Gut. H. 1,15 m. 

Drei Kanontafeln mit guten silbergetriebenen Rahmen in Rokokomuschel- Küik 
werk. Um 1760. 

Über einen UNTERIRDISCHEN GANG (Schrazelloch) vgl. Schön- c.n 

WERTH II, 294. 



33 VII. B.-A. OberviechtHch. 

HOF. 

KATH. KAPELLE ST. ÄGIDIUS. Zur Pf;irrei überviechuich. Matrikel 
R-, S. ^53. 

Romanisch, (Grundriß und I-ängsschnitt Fig. 12. — Ansicht Fig. 11. — 
Mauerwerk Fig. 13.) Hoch und schlank. Flachgedeckt. IJer Chor eingezogen, 
quadratisch, gewölbt. Chorbogen halbrund, ohne Kämpfer. Östlich im Chor 
schmdes romanisches Rund bogenfensterchen. Die übrigen Fenster später vergrößert. 



FIe. 13, Hof. Crundril! und Langiichiiici der Kirche. 

Eingang ehemals südlich, einfach rundbogig, vermauert; jetzt westlich. In der 
Westwand in Emporhöbe ehemaliger Eingang, vermauert. In der nördlichen Längs- 
wand in der Mauerdicke Treppe, jetzt vermauert, wahrscheinlich von der Empore 
aus auf den Dachboden hinaufführend. Im Chor beiderseits an den Wänden die in 
romanischen Kapellen beliebten kleinen quadratischen Nischen zum Abstellen von 
Geräten. Giebeltürmchen aus neuerer Zeit. 

Entwickelter Granitquaderbau. Es kommen Quadern bis ca. 55 cm Höhe vor. 
Zwischen den hohen Quaderschichten auch niedere. Also wohl zweite Hälfte des 
13. Jahrhunderts. Die Ecken ruhen zum Teil auf vorspringenden Steinen, was an 
romanischen Dorfkirchen liäufig vorkommt. (Vgl. auch S. 78.) 

Wie von manch anderer alten Kirche der Oberpfalz, geht auch von dieser die 
Sage, sie sei von Riesen erbaut. (Schönwerth II, 265.) 



An der Straße nach Teunz, wo der Weg nach Dielersdorf abzweigt, liegt ein Sieiakreui. 
STEINKREUZ von Granit (Sühnekreuz). Dabei stehen TOTENBRETTERToi.öbr.uer. 
und ein modernes Kreuz. 

An einem BAUERNHOF schön gezimmertes Stadeltor. (Fig. 14,) Bauernhof, 



24 VII. B.-A. Oberviechiach. 



JOHANNESBERG. 



Kirche. KATH. WALLFAHRTSKIRCHE ST. JOHANNES NEP. Zur Pfarrei 

Oberviechtach. Matrikel R., S. 253. 

Geräumiger, aber ganz einfacher. Bau. Chor eingezogen, ein Joch und Schluß 
in drei Achteckseiten, Tonne mit Stichkappen. Langhaus flachgedeckt, drei Fenster- 
achsen. Sakristei nördlich. Giebeltürmchen. Das Langhaus noch in altertümlicher 
Weise ganz mit Ziegeln gepflastert, wie bei manchen anderen Kirchen der Gegend. 
Aiur. Choraltar, Barock, stattHch, mit vier Säulen, Anfang des 18. Jahrhunderts. 

Reliefs. Auf dem dürftigen nördlichen NebenaJtar lehnen auf oben halbrund ge- 

schlossenen Tafeln zwei spätgotische Holzrelief figuren von Altarflügeln : 
St. Barbara, ein Viertel nach rechts, St. Katharina, ein Viertel nach links gewendet. 
Sehr schlank und zierlich. Bei beiden das innere Bein ganz verunglückt. Gegen 1500. 
H. 0,90 m. 
Kanzel. Kanzel, Frührokoko, mit Laub- und Bandwerk. 

IRLACH 

bei HAAG. 

Kapelle. In der kleinen KAPELLE (VO. IX, 148) viele Votivbilder in Hinter- 

glasmalerei, wie sie so oft sich in der Gegend finden. Zum Teil von einem Maler 
Rufi" in Winklam. Solche Bilder halten noch um Mitte des 19. Jahrhunderts Rokoko- 
motive fest. 

Ebenda in einem Glaskästchen ein Wickelkind mit Wachskopf, mit Gold- 
flitter, wie in der Wieskapelle in Niedermurach. 

LIND. 

(iiockcnhaus. Im Orte steht ein hölzernes (iLOCKENH A US, mit Brettern verschalt, 

ca. 80 Jahre alt. Malerisch. (Fig. 15.) 

LUKAHAMMER. 

Hamm er haus. Altes HAMMERHAUS; an einer Ecke ein übereckstehender erkerartiger 

Anbau, wie er so oft in der Oberpfalz in der Zeit der deutschen Renaissance sich 
findet. (Fig. 16.) 1666 wird das Wohnhaus als baufällig bezeichnet. Im 17. und 
18. Jahrhundert im Besitz der Klausewitz. (VO. XXXIV, 288; LIV, 193.) 
Kapelle. KAPELLE. Ganz wertlos. 

MUSCHENRIED. 

Kirche. KATH. KIRCHE ST. STEPHAN. Nebenkirche von Winklam. Matrikel 

R., S. 272. — VO. Lin, 221. 

Durchaus flachgedeckter Bau. Ursprünglich stand nur der in drei Achteck- 
seiten geschlossene eingezogene Chor als Kapelle. Später wurde die Kapelle erhöht 



Vn. B.A. Oberviechlach. 



Muschenried. — Niedermurach. 



27 



(noch ist der darauf deutende Mauerabsatz innen hinter dem Altar erhalten) und Kirche 
gleichzeitig das jetzige Langhaus angebaut. Westurm, oben achteckig mit bimförmiger 
Kuppel, 18. Jahrhundert. 

In zwei Nischen des Chors zwei spätgotische Holzfiguren St. Florian und Hoizfigurcn. 
St. Leonhard. Um 1500. Neu gefaßt. H. 0,83 m. Hinter dem Altar zwei weitere 
spätgotische Holzfiguren gleicher Zeit, nicht restauriert, St. Stephanus (H. 0,88 m), 
und St. lAurentius (H. 0,91 m). 

Glocke: JOHANN GORDIAN SCHELCHSHORN IN REGENS- oiockc. 
BVRG GOSS MICH IM lAHRE 1700, Mit Relief U. L. Frau und Christi. 
Dchni. 0,48 m. 

NIEDERMURACH. 



KATH. PFARRKIRCHE ST. MARTIN. Matrikel R., S. 252. — VO. Pfarrkirche. 
LIII, 218. 

1762 neu erbaut mit Beibehaltung der gotischen Chorumfassungsmauem und 
des gotischen Turmes. 1774 geweiht. 

Der eingezogene Chor hat zwei Joche und Schluß in drei Achteckseiten, das 
Langhaus drei Joche. Tonnengewölbe mit Stichkappen auf Wapdpfeilem. Turm 
nördlich am Langhaus, mit Granitsteinen verblendet. 1865 — 1866 erhielt der Turm 
ein weiteres Obergeschoß und einen Spitzhelm. Unter dem neuen Obergeschoß 
die alte Glockenstube mit je zwei spitzbogigen SchallöfFnungen auf jeder Seite, die 
jetzt größtenteils vermauert sind. Im ersten Obergeschoß des Turmes an der Nord- 
und Südwand gegenüber zwei große spitzbogige Türöffnungen, jetzt vermauert. 

Im Chor und Langhaus je ein größeres Deckengemälde, auf den Patron 
der Kirche bezüglich, dazu kleinere in den Stichkappen. Das große Deckenbild im 
Langhaus bez.: Lidmäh pin. et inven, 1762. Ohne höheren Wert. Stukkaturen fehlen. 
Über dem Chorbogen das Ehewappen des Freiherrn Joseph Mathias von und zu 
Murach, f 1767. 

Einrichtung Rokoko. Von den drei guten Altären haben die Nebenaltäre Einrichtung, 
die in der Gegend beliebten geschweift gebrochenen Stützen, auf deren unterer Vor- 
kragung Vasen stehen. An der Nordwand gutes Holzkruzifix, um 1760. 

Grabsteine. An der Südwand des Langhauses: i. Sehr abgetretene Rot- Grabsteine, 
marmorplatte. (Fig. 17.) In der Mitte das Wappen der Muracher, darunter das 
Wappen der Staudacher und Zenger, alle drei Tartschenschilde. Über dem Bogen 
zwei völlig abgetretene und unkenntlich gewordene, merkwürdiger Weise spitze 
Wappenschilde. Die Minuskelinschrift am Rande bis auf ganz vereinzelte Buch- 
stabenreste völlig abgetreten. H. 2,204, Bj*. 0,93 m. Der schöne Stein gehört nach 
Ausweis der unteren Wappen dem Ludwig von Murach zu Niedermurach, der 1466, 
1474, 1487 als Pfleger zu Obermurach erscheint und am 14. Juli 1489 dem Löwenbund 
beitrat. (Hund II, 178. — Krenner, Baier. Landtags-Handlungen X, 166, 187. — 
VO. XXV, 157, 160.) Ludwig war zweimal verheiratet, mit einer Frau Anna, die 
nach Ausweis unseres Grabsteines eine geb. Zengerin war, und mit Margareta von 
Staudach 1484. (Hund II, 178. — Prey, Bayer. Adelsbeschreibung, cgm. 2290, tom. M, 
fol. 264 b.) Er übergab am 16. Oktober 1499 sein bis 1487 freieigenes, 1487 aber 
den pfalzischen Fürsten zu Lehen aufgetragenes Gut Niedermurach seinem Vetter 
Albrecht Muracher. (Oberpfälzer Lehenurkk. im Reichsarchiv München, Nr. 2042.) — 



iB VII, B.A. OberviecbUcb. 

. j. Anno Dom. i^6o den 24 tlUll Starb die Edl vnd Ernlhugenl [hafte} Fraw 
Maria von mvrach gebome von leucsenprvn. Auch gemeli[en] ihars {! j den 
29 avgvjli Starb der Edl vnd vhest Wolf albreeht von mvrach gemellter fraven von 
mvrach Eheleiblicher nachgelasner svne derer seien Got gnad Amen. Mit Ehewappen. 
H. 1,14, Br. 1,08 m. — 3. Eva Sophia defi H. Rom. Reichs gräfin von Auffeeff ge- 
bohme Reichs Freyin v. Mvrach, weyl. durch XXIX Jahr Stiffts Dame zu Ober- 



münster in Regenfpurg, Fr. Landrichterin in Neuburg Fr. uf dem Rauber fVeyher- 
haufi, geb. i(x)5. f 21. Okt. 1765. Oben Ehewappen. H. 1,07, Br. 0,59. (Zu Rauber- 
weiherhaus vgl. Kunstdenkmäler der Oberpfalz, Heft II, H.-A. Neunburg v. W. S. 63.) 
■ — 4. Frau Baronessin Maria Carolina, des in gott ruhenten hochwohlgebohmen Frey- 
herm Ludovici Adami von und su Ober Murach uf Allfaldem der Churf Dult, in 
Bayern kaubt Pflegern zu Murach nach gelassene Wittib, eine Hochwohlgebohme 
Baronessin Schutzbar genant MUchling, f 19. May 1768. Mit Ehewappen. H. 0,87, 
Br. 0,60 m. — 5. Freiherr Joseph Mathias von vnd zu Murach uf Allfalter, Churf. 
Drtl. in Bayern Cammerer, dari des kochen ordern S. Georgii Commandeur, f im 



Niedermurach. 29 

66, Jahr seins Alters 29. Juli 1767. — An der Nordwand des Langhauses: 6. In Pfarrkirche, 

der oberen Hälfte : Anno Domini 1558 Freitags den 2^, Febrvarii Starb der Edl vnd 

vest Hanß Lvdwig von Mvrach zu Nidern Mvrach weyland Hanß Mvrersch (!) Son, 

Des Seil Gott genad, Amen. Unten das Muracher Wappen, umgeben von vier 

kleineren Wappen. H. 1,81, Br. 0,92 m. — 7. Thomas Philipp von vnd zu Murach 

auff Alfallten vnd Wilnhouen f 26. Januar 1574. Und seine Hausfrau Felicitas von 

Murach gebome von Redwitz, welche zu Irer vnd gedachten Ihres Lieben Ehewirtf 

gedechtnus disen Stein Legen Lassen. Unten Ehewappen. H. 1,89, Br. 0,91 m. — 

8. In der oberen Hälfte : Anno Domi • /J'JJ' Ertags den 12. Janvary Starb der Edl 

vtid vest Hanß von Murach zv Nidern Mvrach vnd vff Stainberg Erbschenck zu Beym 

des Seel Got genad, Amen, Unten Ehewappen, in den Ecken Ahnen wappen. 

H. 2,03, Br. 1,03 m. — 9. Im Boden des Langhauses, in der Mitte vor der 

Kommunionbank Verschlußstein der Gruft mit dem Wappen der Muracher und der 

Jahreszahl 1764, — 10. An der Südwand des Presbyteriums Grabstein der Frau 

Maria Franzifka Reichsfreyfrauen von Murrach geb. Reichsfreyin von Bemklo auf 

Schönreith, Hofmarchs Frauen zu Haitzenhofen in Nordgau, geb. 27. April 1738, 

f 19. April 1806. Mit farbigen Wappen. H. 1,34, Br. 0,77 m. — 11. An der 

Nordwand des Presbyteriums Grabstein des Wilhelm Joseph Freyherm von Murrach, 

Herr auf Niedermurach, Allfalter, Gartenried, Sr. Churfürstl. Durchlaucht zu Pfalz 

Baiem Kämmerer, geb. i. Januar 1724, f 22. Nov. 1800. Mit dem Wappen. 

H. 1,23, Br. 0,78 m. — 12. Hinter dem Choraltar; Felix Mathias Freyherr v. und 

zu Murach, herr auf nidermurach und Alfaltem, Kämmerer, Ritter des ordens 

St. Georgii, f 6. Juni 175 1 im 58. Jahr. Mit Wappen. H. 1,18, Br. 0,70 m. — 

13. Frau Maria Cordula von und zu Murach uf alfollderr Eine gebohme Freyin 

von Leuprechtin als deß auch Hochwolgebohmen Herrn Christoph Gottfrüt von 

und zu Murach der Churfiirstl. Durchl. in baym Pfleger Forstmeister vnd Land- 

haubtmann zu ober murach Hinderlafßene Frau Gemahlin f 21. September 1741 im 

69. Jahr ihres Alters. 

Zwei Monstranzen; die eine Frührokoko mit Laub- und Bandwerk, die Gerate, 
andere Muschelwerkrokoko. — Ciborium, Silber, vergoldet, mit getriebenem 
Rokokomuschelwerk. — Kelch, Silber, vergoldet. An Kupa und Fuß paarweise 
Engelsköpfchen und andere Ornamente, getrieben. Münchener Arbeit und Marke lO. 
Auf der Rückseite Wappen mit der Umschrift: Justina Sabina Singerin von Mosau, 
Wohl um 1730. 

Kelchtuch, gelbe Seide, mit reicher Silberstickerei. 18. Jahrhundert. 

Ehemaliges SCHLOSS. Jetzt Brauerei. Ostlich von der Pfarrkirche. Schloß. 

Hund II, 174 ff. — v. Destouches, Oberpfalz, S. 253. — Bavaria II, i, 572. — 
Sperl, Vierteljahrsschrift für Wappenkunde, herausgeg. vom Verein Herold XXVIII, 
427 f. — Gg. Dorrer, Wartberg, Haus Murach und Wildstein, Bayerland XII (1901), 
391 ff. — Zahlreiche Hinweise im Register zu VO. I— XL, 293 f. — Oberpf. Lehen- 
urkk. im Reichsarchiv München, Nr. 2039 — 2074. — Jon. Wilh. v. Prey, Bayerische 
Adelsbeschreibung, cgm. 2290, tom. XVIII. 

Auf dieser Hofmark saß das Geschlecht der Muracher, bis 1487 auf freiem 
Eigen, von da an als Lehensträger. (Zusammenstellung der vielen oberpfalzischen 
Besitzungen des Geschlechts bei Joseph Pi,ass, Der oberpfalzische Adel, Festgaben 
zum Witteisbacher Jubiläum, Donauwörth 1880, S. 140 f.) Schon 11 10 urkundlich 
erwähnt (vgl. Obermurach). Ausgestorben mit Georg Karl Freiherm von Murach, 
t 21. Sept. 1836 in Neunburg v. W. 



30 VII. B.-A, UberviechtLch. 

Das ehem. Schloß, ein sehr einfacher Bau, hat jetzt zwei Stockwerke. War 
vor einem Brande 1865 höher. Im ersten Obei^eschofl im Vorplatz ao einem 
Wasserbehälter in einer Nische (vielleicht einst Lavabo) kleines Ehewappen des 
Thomas Philipp zu Murach und seiner Frau Felicitas von Redwitz, Stein, oben die 
Jahreszahl 1573. 

WIESKAPELLE DER GEGEISSELTE HEILAND. Matrikel R., 
S. 352. 

In Glaskästchen Wickelkinder mit Wachskopf, mit Goldflitter; ebenso 
solche Engel. Vgl. Irlach. 

An der Straße bei dieser KapeUe am Ausgange des Ortes STEINKREüZ. 
Über dem leeren Dreieckschild ein Schlüssel. Wohl 15. Jahrhundert. {Fig. 18.) 

Das Sühnekreuz mit der Marter Christi und dem Wappen der Muracher, das 
der Pfleger Paul Hirschberger von Obermurach für den Totschlag des Wilhelm 
Muracher 1448 nach damaligem Rechtsbrauch in Niedermurach setzen lassen mußte, 
ist nicht mehr erhalten. (Bayerland XII [1901], 392 f, 418 f. Vgl. dazu auch das 
Sühnekreuz von 1569 in Straß bei Günzburg nebst Urkunde in sVolkskunst und 
Volkskunde<t, Monatsschrift d. Ver. f. Volkskunst, München IV [190Ö], 73.) 

KATH. KAPELLE ST. WALBURGA. An der Straße von Niedermurach 
'■ nach Oberviechtach. Matrikel R., S. 152. — P. Anselmus Goudin, Benedikt! nisches 
Weltwunder, vorgestellt in der hl. Prozession der Äbtissin Walburga, Eichstätt 1724, 
S. 13'— 134- 

P, ÄNSEtMus GouDiN (S. 131 — 134) erzählt, wie 1718 >die alte und gantz 
verfallene Capellen zwischen Viechtach und Nidermurach, welche vor Zeiten {wie 
in einer alten Regenfpurgi sehen Dioeces-Matricul findig) zu Ehren deß H. Creutz 
Christi und der H. Walburga eingeweyhet gewesen, wiederum durch eine wunder- 
barliche Anzeigung auf das neu erbauet worden«. Die Kapelle stammt aus dem 
Mittelster. Die Erneuerung geschah auf Veranlassung und hauptsächlich auf Kosten 
der Frau von Murach; »bey diser Ar- 
beit ist ein in die Erden versunckener 
Altar vnd under disem in einem 
Grab die Gebainer eines Menschen 
(glaublich, deß Stüff'ters diser Ctpellen) 
gefunden worden.« 

Schlichter Bau auf einem Hügel, 
dreiseitig geschlossen, Tonnengewölbe. 
Um 1720. Zu beiden Seilen der Giebel- 
seite stehen unten starke Granitsteine 
zahnfömiig vor, ähnhch wie an der Wies- 
kapelle in Niedermurach. An der Decke 
der Kapelle das Wappen der Muracher. 
Altar mit zwei gewundenen, von 
Reben umflochtenen Säulen, mit der 
Statue St. Walburgas, daneben auf Posta- 
menten zwei heilige Pilger. Gefällig. 

Vütivtafe! von 1753, kostUmlich 
Rg. iB. Sicdfmmnicii. Stiinitreiii. interessant. 



Obermurach 
i ScbloQberges von Nortlosten, bei der SleinmUlile 



VII. B.-A. Ober' 



33 VII. B.A, Oberviechlach. 

lim. Huschberg, Gesch. ci. herzogl. u. gräflichen (^samthauses Ortenburg 1828. — Kari. 
"""'■ Heinrich Ritter von Lang, Bayerns ahe Grafschaften, Nürnberg 1831, S. 155 ff. 

— Moritz, Grafen von Sulzbach, I. 569—403. — Karl Fr. Hohn, Atla.s von 
Bayern, Nürnberg 1840, IV, 125. — Wittmann, Chronologische Darstellung, S. 34—38. 

— Gustav Frhr. v. Lerchenfkld, Die altbayerischen, landständischen Freibriefe, 
München 1853, S. LU. — Bavaria U. i, 572-574. — M. Doeberl, Die Markgraf- 
schaft und die Markgrafen auf dem bayer. Nordgau, München 1894, S. 53. — 
RiEZLER I, 869; U, 133, 10,964. —Janner II, 378, 511; III, 238. — KocH u. Wille 
I, 832, 871, 875, 2739, 2740, 2759, 2760, 3001, 4230—4232, 4950, sori, 5079, 5576. 

— Zahlreiche Hinweise im Register zu VO. It-XL, 293 f. — Oberbayer. Archiv, 
XXXVU, 68; XXXVIU, 46. — Bayerland XII (1901), 391 ff. — Götz J, 815. — 
Joseph Plass, Beitrage z. Gesch. v. Murach. Handschrift d. Hist. Ver. O, 806a Fol. 



Ansichten. Ph. Afian, 24 Bayr. I.andtafeln, 1568. — Karte des Churamts 
Murach von 1589. (Vgl. oben S, 6. — Fig. 20.) — Karte der Hofmark Niedermurach. 
Von MS. Um 1600. Reichsarchiv München, Plansammlung Nr. 3220. Oben Ansicht 
von Schloß Murach. Hier als i>HauQ Murach" bezeichnet. Der Bergfried hat hier 
Pyramiden dach. — Matthaeis Merian, Topographia Bavariae 1644, zu S. 82 
Ansicht von Markt Oberviechtach und Schloß Murach, (Fig. 28.) 

Geschichte. Murach wird zuerst erwähnt mit dem gräflich Sulzbacbi sehen 
Dienstmann Gerunch de Mourach, der 1110 den Grafen Berengar 1 von Sulzbach auf 
dem italienischen Feldzuge begleitete. (Moritz, S. 371, wo noch andere Muracher im 
12. Jahrhundert nachgewiesen sind). Mit dem Tode des letzten Sulzbachers, (Jraf 
Gebhard II, ging 1188 Burg und Herrschaft an den Gemahl von Gebhards Tochter 
fUisabeth, an den Grafen Rapoto I von Ortenburg über, der auf dem Kreuz- 
zuge 1190 starb und in der sulzbachischen Stiftung Kloster Baumburg in Oberbayem 
begraben wurde. Unter den Grafen von Ortenburg dürfte die Burg ihre Blütezeit 
gehabt haben. Im Gegensatz zu den Sulzbachem hielten sich die Orten burger 
häufig und längere Zeit hier auf. Die Schenkung von Schwarzhofen an das Kloster 
Hl, Kreuz in Regensburg (1237) ist hier vollzogen. (Kunstdenkmäler der Ober- 
pfalz, Heft II, B.A. Neunburg v. \V., S. 66. — Andreas von Recensbl'rg, ed. 
I,Eiu[NGEB, S. 64.) 1238 schenkte Graf Heinrich I von Ortenburg Schloß Murach 



34 VII. B.-A. Obcrviechtach. 

« 

Burgruine, mit allen Besitzungen seiner zweiten Gemahlin Reiza, einer geborenen Gräfin von 
Geschichte. Hohenburg, und ihren Söhnen. (Originalurk. im Reichsarchiv München, Urkk. d. 
Klosters Aldersbach, Fase. 4. — Moritz, S. 374. — Reg. Boic. II, 230. — Hund II, 30.) 
Reiza, die kurz nach dem Tode ihres Mannes (1241) einen kaiserlichen Schutzbrief 
für diese Besitzungen erhielt, nannte sich Gräfin von Murach und ebenso nach dem 
Tode der Mutter ihre beiden jüngeren Söhne Dipold und Rapoto IV, welche in den 
Besitz von Murach gelangten, Grafen von Murach. Nach dem Tode der Gräfin Reiza 

— sie starb 1266 und ist in Kloster Kastl begraben — begannen die Verhandlungen 
zwischen dem Herzog Ludwig dem Strengen von Oberbayem und den drei Söhnen 
Reizas betr. Überlassung der Grafschaft Murach an den Herzog. Zuerst verpfändete 
Graf Rapoto IV am 12. Oktober 1268 dem Herzog seinen Anteil an Murach auf 
zwei Jahre gegen einen jährlichen Zins von 30 Pfund Pfennig. Er bedingte die 
Wiederlösung aus, wenn er oder seine Brüder das Kapital von 3000 Pfund Pfennig 
zurückbezahlt hätten. (Originalurk. Reichsarchiv München, Fürsten Selekt, Fase. 32. 

— Moritz. — Koch u. Wille I, 832.) Nach zwei Jahren gelangten alle drei 
Brüder wieder in den Besitz von Murach und nannten sich Grafen von Murach. Am 
30. November 1271 traten die beiden jüngeren Brüder mit ihrer Burg und ihren 
Leuten in die Dienste des Herzogs. Am 11. Juni 1272 überließen die drei Brüder 
dem Herzog gegen eine jährliche Summe von 30 Pfund Regensburger Pfennigen 
auf dessen Lebensdauer die Burg zu besetzen. Gebhard starb 1272. Rapoto er- 
hielt nun Murach, Dipold Ortenburg. Als Dipold 1285 starb, fielen Rapoto alle 
Besitzungen seines Geschlechtes zu, und am 18. März 1285 bestätigte dieser dem 
Herzog Ludwig den Verkauf von Murach. (Moritz.) 

Schon in dem Salbuch, das zwischen dem Spätherbst 1269 und dem September 
1271 entstanden ist (Baumann, Archival. Zeitschrift, Neue Folge X [1902], 25), ließ 
Herzog Ludwig Murach mit den dazu gehörigen Besitzungen (proprietates castri in 
Muhra) eintragen. (MB. XXXVI a, 419; vgl. oben S. 2.) Seitdem Murach herzog- 
lich geworden war, saßen nur mehr landesherrliche Pfleger auf der Burg, die das 
Amt Murach verwalteten. 

Als am 23. Januar 1320 Kaiser Ludwig der Bayer Burg und Gericht Murach 
auf zwei Jahre an verschiedene Edelleute, darunter die Burghüter von Murach selbst, 
versetzte, bestimmte er, daß von den Einkünften den Türmern und Wächtern der 
Burg wie bisher 11 Pfund und 60 Regensburger Pfennige gereicht werden sollten. 
(Moritz, S. 397.) 

Über den Anfall von Murach an die pfälzische Linie der Witteisbacher 1329, 
über ihr Schicksal bei den pfalzischen Teilungen, ihre Verpfandung an König 
Karl IV 1353 vgl. oben S. 3. 

In den Husitenein fallen trotzte die Burg den Feinden. So wohl schon 1428. 
Vom Jahre 1433 ist dies bezeugt durch das Lied »Vom Hussenkrieg ein gesang. 
Anno Domini 1433 die Matthaei Evangelistae«, verfaßt von Otto Ostman, überliefert 
von dem Neunburger Rektor Paul Zeidler. (Ferdinand Gerhard, Vom Hussenkrieg, 
Neue Heidelberger Jahrbücher III [1893], 224 ff. — Über Paul Zeidler vgl. Kunstdenk- 
mäler der Oberpfalz, Heft II, B.-A. Neunburg v. W., S. 6 f.) Strophe 3 des Liedes lautet : 
Sie zogen gehn Murach i) für das hauß, / Man schoß und wurff zu ihnen herauß / 
Mit büchsen und mit pfeilen, / So das die bösen Husserem / Von dannen musten eilen. 

») Der Herausgeber Ferd. Gerhard liest irrtümlich »Ahurach« und vermutet in einer 
Fußnote darunter Murach. In der Handschrift Cod. Heidelb. 363.54 fol. 156 steht indessen deut- 
lich und zweifellos Murach. 



S 5 



O I 



. GtiindriO, Pmlilc und Dclailt dei Burgruine, 190;. 



36 Vir. B.-A. Oberviecbtach. 

Mit der Überlassung der OberpfaJz an den Kurfürsten Maximilian I i6a8 wurde 
Murach wieder bayerisch. Am z8, Oktober 1636 berichtet der Pfleger Ulrich Eisen- 
reich auf dem Bergschlosse Murach: »Von dem Chur Bayerischen Krigsvolckh so 
bey 200 Reutter und 200 Mußquetirer gewesen, ist daß Churfstl. Schloß- und Pfleg- 
hauß Murach den zi.Juny Ao 163z mit Drummel und PfeifTen morgens früe unver- 
sehens überfallen, daß Thor, dabey ich mich mit wenig Persohnen, so noch bey mir 
gehalten, indem sie gar nit mit Ihnen nit reden lassen wollen, zur wehr gesetzt, 
uffergehaut, durch daßelb hin eingeschossen, mein Knecht gleich neben mir und der 
Schmidt zu Murach jeder ein schuß bekhommen, also daß ich mit gedachten Per- 
sohnen, meiner frauen und 2 Klain Kindern hinten durchs Schloß außbrechen und 
dem Gewalt entfliehen müssen, unß sambtUch durch die Steinfelsen sehr zerfallen.« 
(Kreisarchiv Amberg, Hofkammerakten Nr. 744, Fase. 31.) 



Fig. 13. Obennunich. SOdsaiicht d« Burgruine vom Darfc Obcnnunch aui, 190;. Ljnki ein Glockcnlwui. 

Als 1803 das Pfleggericht von Haus Murach nach Neunburg verlegt worden 
war, begann 1805 der Abbruch des Schlosses. Die Ruine wurde sodann an den 
Posthalter von Neunburg v. W. verkauft, der Häuser hineinbauen ließ, die er ein- 
zelnen wieder verkaufte, 1842 erhielt das Landgericht Obervjechtach den Auftrag, 
Kosten Voranschlag über die Restauration der Ruine zu liefern. Jetzt größtenteils 
wieder Staatsbesitz. Über die Konservierungsarbeiten bis in die neueste Zeit gibt 
Aufschluß eine auf Anregung des verstorbenen Kreisbauraies Bernatz angelegte 
bauamdiche handschriftliche Chronik der Burg, die an Ort und Stelle aufliegt. 

Beschreibung. Die weithin die Gegend beherrschende Ruine liegt auf einem 
ins Murachtal vorspringenden Granitberge, der 585 m Höhe über dem Meere mißt 
und sich ca. 165 m über den Spiegel der westlich vorbei fließen den Murach erhebt. 
(Grundriß, Profile und Details Fig. 22. — Ansichten Fig. 11, 13—26 u. Tafel I— IV.) 



38 VII. II..A. Ol)emechlach. 

Der Zugang zur Burg führt von Süden her, wo der Berg allmalilich ansteigt. 
Der Berg ist übersäet mit Cranittrümniern. Zu obcrst thronen mächtige Granitblöcke 
und Granitbänke. Insbesondere springt an der Nordseite des Hurgplatzes bastionartig 



Fig. 96. Obcrmumch. Mauerwerk am Bergfried |rechI^) und (Jctrcrdcka^icn (Miik<). 

eine Bank von CJranitblocken vor; hier ist der Berg am unzugänglichsten. Aber 
auch im Süden und Südosten steigen wild verworfene (Jranitfelsen auf; auf ihnen 
steht der Turm und die Kapelle. 

Entsprechend dem Terrain der Uergkuppc ist die Langenachse der Burg von 
Süden nach Norden gerichtet. Die höchste Krlicbung liegt in der östlichen Hälfte 



Oberm Urach. 3g 

des Burgstalles. Die westliche Hälfte ist bedeutend tiefer. Wir unterscheiden daher Burg 
einen unteren Burghof in der westhchen und einen oberen Burghof in der östlichen ^"'^ 
Hälfte des Burgterrains. 

Die ganze Burg war von einer Ringmauer umschlossen, die zum Teil auch 
als Aufienmauer von Gebäuden diente. Am höchsten ist die Ringmauer an der 
Westseite erhalten. Hier zeigen sich noch mehrere kleine rechteckige Fensterchen 
und Kragsteine eines Aborterkers. Die Ring- oder Umfassungsmauer besteht aus 
sorgfaltig lagerhaft geschichteten Bruchsteinen, die zum Teil roh rechteckig zugehauen 
sind. Das Tor war in der Südwestecke der Umfassungsmauer, Noch steht ein Tor- 
rest, mit dem Laufkanal des großen Balkenriegels und mit großen Eckquadem (zum 
Teil auch flachen Buckel quadern). Durch das Tor tritt man in den von Süden nach 



Fig. 17, Obcnnunch. TotcobretHr. 

Norden sich lang hinziehenden unteren Burghof, an dessen Westseite die Stallungen 
und Wirtschaftsgebäude lagen. An der Stelle der leUteren stehen jetzt Taglöhner- 
häuschen. (Bevor man zum Torrest gelangt, passiert man die Ruine des ehem. 
Gefängnisses, rechts am Wege.) 

Über den untern Burghof gelangte man geradeaus zum Wohnbau, der die ganze 
Nordostecke des Burgterrains einnahm und erst vor einigen Jahrzehnten eingerissen 
wurde. Der Wohnbau war aber auch vom oberen Burghof aus zugänglich. 11 Stufen 
führen vom unteren in den oberen Burghof, der \on Norden nach Süden ansteigt. 
An der Westeite, gegen den unteren Burghof, zeigt der obere Burghof eine Fulter- 
mauer, über welcher einst wohl eine Zwingermauer aufstieg. Im oberen Burghof passiert 
man zunächst den «Getreidekasten d, einen altertümlichen Bau aus geschichteten 
Bruchsteinen mit Eck(]uatlem, der ehemals wohl zu Wohnzwecken diente und erst 
später als Kasten verwendet wurde. Dann gelangt man zu dem quadratischen 



40 



VII. B.-A. Olieniechtacb. 



. hohen Tunn oder Bergfried. Er hat noch ca. lo m Höhe. Das Innere zeigt lager- 
■ haft geschichtete Bruchsteine, teilweise auch Quadern ; im unteren Teile ist hier 
das Mauerwerk regelmäßiger als oben, mehr quaderartii^. Die äußere Mauerschale 
besteht aus Bruchsteinen, aber auch aus Quadern, und zwar haben letztere Zangen- 
löcher. Der ursprüngliche Eingang ist hoch oben an der Norciseite (wie gewöhnhch 
abgewendet von der Angriffseite), rundbogig; in der Nische dieses Einganges ist 
1893 ein Fenster mit Tisch und Bank hergestellt worden. Der Bergfried hat recht- 
eckige Fensterschlitze, die nach innen zu seitlich (nicht auch oben und unten) er- 
weitert sind. Der oberste Fensterschlitz auf der Südseite ist außen spitzbogig. 



Die Form des nindbogigen Einganges am Turm ist für den romanischen Stil 
charakteristisch. Die Zangenlöcher aber bekun<len, daß der jetzige Turm nicht vor 
der zweiten Hiilfte des 13. Jahrhunderts entstand, (Vgl. S. 79, — Vgl. dazu den 
Turm von Flossenbürg, B.-A. Neustadt a. W.-N.) Das oberste Geschoß mit dem 
spitzbogigen Fensterchen ist später aufgesetzt worden ; im innern ist hier das Bruch- 
steinntauerwerk regelloser als im unteren älteren Teil, es fehlen die sorgfaltig aus- 
gesuchten, mit dem Hammer notdürftig viereckig zugerichtelen Steine, wie sie für 
den unteren Teil charakteristisch sind. Auch das Gewände des spitzbogigen 
Fensters ist weniger sorgfältig als Jenes der rechteckigen unteren Fensterchen. Der 
sog. Getreide kästen und die Ringmauer machen im Mauerwerk entschieden einen 
älteren Eindruck als der Bergfried. 

Den Abschluß des oberen Hofes gegen Süden bildete die Kapelle St. Nikolaus. 
(Zimmermann, Kalender V, 190). Von dieser steht noch die Südwand. 

Das Steinmaterial wurde aus den Granitblöcken des Berges selbst gewonnen. 

Die Sage führt einen unterirdischen Gang von Haus Murach bis zum Schlotthof. 
SCHONWERTH II, 458. 

Im Orte ein hölzernes GLÜCKENHAUS. (Fig. 33.) 



OBERVIECHTACH. 

Zimmermann, Kalender V, 189—191. — v. Uestoitches, Überpfalz, S. 248. — 
Kitvaria II, i, 574. — Götz I, 814. — VO. LUI, 186. — Johann Distler, Topo- 
graphie von überviechtach 1844. MS. im Hist. Ver. Regensburg. 

Ansichten. Ph. Apian, 24 Bayrische Landtafeln, 1568. — Karte des Chur 
amts Murach von 1589 (vgl. den vollständigen Titel S. 6.) (Fig. jg.) — Maithaeus 
Merian, Topographia Bavariae 1644, zu S. 82. (Fig. a8.) 

KATH. PFARRKIRCHE ST. JOHANNES BAPT. Matrikel R., i 

s. 253- 

1773 abgebrannt mit dem größten Teil des Ortes, 1775 und 1776 mit Bei- 
behaltung der Umfassungsmauern des gotischen Chores und des Turmes wieder 
aufgebaut von Johann Wolfgang Diller, herrschaftlicher Maurermeister in Amberg. 



Der Chor umfaßt ein Joch und Schluß in drei Achteckseiten, das Langhaus 
vier Joche. Tumi nördlich am Chor, Tonnengewölbe mit Stichkappen. 

Deckengemälde aus dem Leben Johannes des Täufers. Gut Herodes ist 
Porträt des damaligen kurfürstlichen Pflegers auf Haus Murach Johann Georg Clemens 
Ehrnlechner von Lehenburg. {Johann Distler.) 

Einheitliche gute Rokokoeinrichtung. Drei Altäre, mit je zwei Säulen, 1 
marmoriert und vergoldet, l)eson<lers flott die beiden Nebenaltare, flankiert von aus- 
gekragten und geschweiften Seitenstücken. (Fig. 30.) Der Choraltar 1779 verfertigt 
von l.eonhard Bacher, bürgerlicher Schreinermeister in Amberg und Johann Philipp 
I.uz, Bildhauer in Amberg. (Letzterer auch tätig für Neudorf, B.-.\. Neustadt a. W.-N.) 
Die Nebenaltäre 1783, ebenfalls von einem Amberger Meister, der in der Rechnung 
nicht genannt ist. 

Choraltarblatt, die Taufe Christi, gut, um 1779- 

Die großen Gemälde der beiden Nebenaltare jetzt erneuert; die alten 
(St. Florian und St. Michael) waren von dem Amberger Maler Michael Wild. Im 
oberen Auszug des südlichen Nebenaltirs ist das kleine St. Michaelbild von Wild 
noch erhalten. Ebenso ist am nördlichen Xebenaltar das kleine Bild des hl. Joseph 
im oberen Auszug noch alt; gut. 



VII. B.-A. überviechlach. 



44 



Vn. ».-A. Oberviechtach. 



Zwei Chorstühle von Eichenholz, mit Schweif- und Muschelwerk, Rokoko; 
am nördlichen in der Bekrönung das kurfürstlich bayerische Wappen (sStuhl für 
die Pfleggerichtsobrigkeit!), am südlichen das Wappen der Freiherren von Murach 
in Niedermurach {»Stuhl für den Adel«). (Fig. 31.) 

Kanzel, stattliches Werk des Rokoko, marmoriert und vergoldet, 1783. 
(Fig. 30.) Der gute Hirte auf dem Schalldeckel ist »aus der Pfarr Ast* 
(B.-A. Waldmünchen). (Die Angaben über die Meister etc. sind den Kirchen- 
rechnungen im Pfariarchiv entnommen.) 



Taufstein, Rokoko, pokalartig. 

Zwei Weihwasserkessel, Granit, Rokoko, mit Muschelwerk und Kngels- 
köpfchen. 

An der Südwand Grabstein des Fninz Anton Aloysius Bonaventura 
Joannes Nepomuk Maria Ehmlechner de Lelienburg, geb. 26. .April 1760, 
t 3. Juli 1771. — Hinter dem Choraltar im Boden Grabstein des Pflegers 
und Landrichters Ludwig Lammingcr, f 'S- -^P"' '^69 in Pertolzhofen. (Seine 
Tochter Anna MargareUi war mit Hans Georg von Pertolzhofen \'ermählt; vgl, 
Pertolzhofen.) 



Oberviech lach. — Üdmiesbach. 



45 



BLEICHANGERKAPELl.K U. L. FRAU. Matrikel R., S. 1153. e 

Altärchen, Rokoko, gut. 

Sog, Kümmernisbild, Christus am Kreuze, Holz, geschnitzt, mit Krone, 
in bngem, schwarzen Rock mit Goklomamenten. Oben in Rokokokartusche die 
Inschrift: t Die Götttuhe Hilf'. Unbedeutende Arbeit des 18. Jahrhunderts. H.i.iSm. 
Vgl. unten die Bemerkung zur gleichen Darstellung in Peitolzhofen. 



Viele Votivbilder in Hinterglasmalerei, die noch bis in die siebziger Jahre 
des 19. Jahrhunderts Rokokomotive festhallen. 

Von der BEFESTIGUNG des Marktfleckens (Ringmauer mit Türmen, 1 
Wassergraben), wie sie die Abbildung Mi;rians zeigt (Fig. 28), sind kaum Reste 
erhalten. (Vgl. dazu Zimmi 



OEDMIESBACH. 



Ehem. SCHLOSS. Unbedeutender Bau. Hier saßen im 17. Jahrhundert : 
die Satzenhofer, im 18. Jahrhundert die Edlen von Sonnenburg. (Bavaria II, i, 573. 
— VO. VI, 172.) 



46 Vir, U.-A. Oberviecbtach. 

PERTOLZHOFEN. 

V. Destolches, Oberpfalz, S. 251. — Bavam 11, i, 573, — Eberhard Graf 
VON FuGwER, Die Seinsheims und ihre Zeit, München 1893, S. so — 11 (Abschnitt 
über »die von Bertholdshofem). — VO. LIII, 219. — Vws I.indinger, Pertolzhofen, 
1845. MS. im Hist. Ver, O. 476. — Prev, Bayer. Adelsbeschreibung, cgm. 2290. 




KATH. EXPOSITUR- UND WALLFAHRTSKIRCHE ST. MARIA. 
Zur Pfarrei Niedermurach. Matrikel R., S. 25a. (Grundriß, Schnitt 11. Details Fig. 34.) 

1697 — 1699 größer neuerbaut, mit Beibehaltung des romanischen üstturmes 
der alten Kirche. Nach Norden gerichtet. Über dem Chorbogen die Inschrift: 
AATJVO i6gg IST BEY LEBZEITEN DER HOFFMARCKS HERRSCHAFFT 
DES HOCH EDL GEBOHRNEN HERREN FRIEDRICH LVDWIG VON 
VNND ZV PERTHOLZHOFFEN DAN DESSEN EHELIBSTE MAGDA- 
LENA ELISABETHA SVSANNA VON PERTHOLZHOFFEN EINE GE- 
BOHRNE VON BRANDT DISE KIRCHEN VON NEVEN VERGRÖS- 
SERT WORDEN. Mit Ehewappen. 

Der eingezogene Chor hat ein Joch und Schluß in drei Achteckseiten. Das 
Langhaus drei Joche. Tonnengewölbe mit Stichkappen und Gurtbögen auf kräftigen 
Wandpfeilera. Turm ösdich am Langhaus. Im Erdgeschoß des Turmes, das bis 1697 
den Chor bildete, ein romanisches, gratiges, rundbogiges Kreuzgewölbe mit Stich; 
der ehemalige Chorbogen halbkreisförmig, auf Kiimpfem aus Platte un<I hohem Wulst. 



rertolzhofen. 



47 



Der alte untere Teil des Turmes ist mit großen Quadern verblendet. Nach 1150. Kirche. 
Turmhelm modern, an Stelle einer Kuppel. 

1798 ist die Kirche von dem Maler Anton Merz aus Neunburg v. W. »mit 
Freskomalereien und sonstigen ungemein schönen Verzierungen verschönt worden«. 
(LiNDiNGER. — Über Merz vgl. Kunstdenkmäler der Oberpfalz, Heft II, B.-A. Neun- 
burg V. W., S. 90.) Inmitten der modernen omamentalen Ausmalung sind am Lang- 
hausgewölbe noch von der alten Ausmalung des Merz Spuren aus dem Marienleben 
erhalten, gute Arbeiten. 

Choraltar, Barock, wirkungsvoll, mit vier Säulen, um 1699. Einrichtung. 

Zwei Nebenaltäre, mit zwei Säulen, Muschelwerkrokoko, gut 

Kanzel, Barock. 

Orgel, Rokoko. 

Chorstuhl, Muschelwerkrokoko, gefallig. 

Weihwasserstein, früher Taufstein, kreisrund, mit Kleeblattbogenarkaden. 
(Fig. 34.) Granit. Dchm. 0,85 m. Wohl 13. Jahrhundert. Ähnlich dem Weihwasser- 
stein in Perschen bei Nabburg. 1 

I 




Fig. 35. Pertolzhofen. 
Profil der Glocke aus dem 14. Jahrhundert. 

Weihwasserstein, um 1700, gebuckeltes Becken auf balusterförmigem 
Schaft, einfach, aber originell. 

An der Ostwand sog. Kümmernißbild, Christus am Kreuze, mit Krone, 
Arme wagrecht, mit bis zu den Füßen reichendem blauen Rock, der mit Gold- 
omamenten verziert ist. Oben in Rokokomuschelwerkkartusche die Inschrift: /tsus 
die Göttliche Hilf, 18. Jahrhundert. H. ca. 1,40 m. Über diese auf den Volto 
Santo in der Kathedrale zu Lucca zurückgehenden Kruzifixe vgl. Kunstdenkmäler 
der Oberpfalz, Heft II, B.-A. Neunburg v. W., S. 36 und die dort angeführte neuere 
Literatur. Vgl. auch oben S. 45. 

Große Votivkerzen mit Malereien von 1780, 1796 etc. 

Grabsteine, i. Johann Georg von vnd zu Bertolzhoven alters 70 Jahr, Grabsteine. 
f 9. Dezember 1682. — 2. Anna Margaretha von vnd zu Pertolshoffen geb. Lamingerin 
von Albern Reith vnd Gleichritsch Ihres Alters im 65. Jahr, f 16. Dezember 1680. 
— 3. Friedrich Ludwig von vnd zu Perdolzhofen, f 25. Juli 17 14, im 60. Jahr seines 
Lebens, »der letzte dieses Namens vnd Stamens, welches Geschlecht der Perdolzhofen 



48 VII. B.-A. Oberviechtach. 

Kirche, sich voii denen von Sensheim anno 1109 abgestammet«. — 4. Frau Johanna Rosina 
Sibilla von Sazenhofen, eine gebohrne von vnd zu BerchtolzhofFen , Ihreß Alters 
83 Jahr, die Letztere (!) deß Berchtolzhoffischen Stamens, f 17. Februar 1732. 

Glocken. Glocken, i. GLORIA SIT PATRI PA TRI S SIT GLORIA NATO 

GLORIA SIT SAN CTO PNEVMATE PERPES {\) 10 IN HONORE B, V, 
MARIAE S. 10 ACHIM ET ANNAE GOSS MICH MARTIN NEVMAIR 
ZV STATAMHOF MDCCXXVL — 2. lOHANNES ERHARD VS KISSNER 
ZV STADTAMHOFF GOSS MICH ANNO 1776. — 3. f AVE MARIA 
GRACIA PLENA DOMINVS TECVM. 14. Jahrhundert. (Fig. 35 u. ^6.) 

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Fig. 36. Pertolzhofen. Glockeninschrift, 14. Jahrhundert. 

Kapelle. KATH. KAPELLE DES HL. JOHANNES NEP. 1733 erbaut. Statue 

des Titelheiligen. Stein. 18. Jahrhundert. Gut. 

Schloß. SCHLOSS, jetzt Brauerei. Einfach. Sitz des alten Geschlechtes der Ber- 

tholdshofer, die hier 17 14 ausstarben. (Verzeichnis der oberpfalzischen Besitzungen 
der Bertholdshofer bei Jos. Plass, Der oberpfölzische Adel, Festgaben zum Witteis- 
bacher Jubiläum, Donauwörth 1880, S. 51 f. — Zahlreiche Hinweise auf das Geschlecht 
im Register zu VO. 1 — XL.) Durch die Schwester des letzten Bertholdshofer, Johanna 
Rosina Sibilla, die in zweiter Ehe mit Friedrich von Satzenhofen vermählt war, 
gelangte die Hofmark an die Satzenhofen. Durch Vermählung mit einer Satzenhofen 
erhielt Max Wilhelm Freiherr von Heiden, genannt Baiderbusch, die Hofmark. Von 
dem Freiherrn Karl von Baiderbusch kaufte 1790 die Hofmark der Schloßven\'alter 
Michael Gradl, der geadelt wurde. 1840 wurde das Schloßgut zertrümmert. 



PLECHHAMMER 

bei PULLENRIED. 

Hammerhaus. HAMMERHAUS. (Fig. 37.) 

PONDORF. 

Kapelle. KATH. KAPELLE MARIA HIMMELFAHRT. Zur Pfarrei Winklarn. 

Matrikel R., S. 272. 

1830 erbaut. Darin ein reizvolles, grünlich und rötlich marmoriertes 
Rokokoaltärchen mit einem guten Altarblatt der hl. FamiUe. 18. Jahrhundert. 

(Fig. 38.) 



VII. U.A. Oberviechtach. 



Fi;. 3S. Pondurf. AJtätchcn in der Kapelle. 

PULLENRIED. 

KATH. PFARRKIRCHE ST. VITUS. Matrikel R., S. 254. — VO. 
LUI, 219. 

Schlichter Bau um 1700, mit eingezogenem, in drei Achteckseiten geschlossenen 
Chor. Flache Decke mit Hohlkehle. Am Chorbogen das Schmaußsche Wappen. 
Dachreiter mit Bimkuppel. 



fulleoried. e I 

Choraltar, Barock, mit zwei Säulen. Darauf guter Rokokotabemakel, von i 
geschweift gebrochenen Stützen flankiert, mit vier Engelchen. 

Zwei Nebenaltäre, Rokoko, elegant, im ganzen ähnlich, in Einzelheiten 
verschieden. Die Gesimssegmente verkröpfen sich über konsolenartig ausladenden 
seitlichen Stutzen; auf den unteren geschweiften Ausladungen dieser Stützen sitzen 
Engelchen. Holz. Mannorfarbig, mit teilweiser Vergoldung. Um 1760. Diebeiden 
Altäre gehören zu den besten dieser Art im Bezirke. Sie kamen aus der Franzis- 
kanerkirche in Amberg nach der Säkularisation hierher. (Auch der Hochaltar soll 
aus Amberg sein.) Am südlichen Seitenaltar St. Joseph, am nördlichen St. Johannes 
Nep. Ölgemälde. Letzteres bez.: 
N (?) B. BELA V PINXIT 
VIENNE AN. MD CC XXXIII 
(1733)- -(Vgl. S. 79-) 



Die Wangen der Kirchen- Ki 

stuhle, einfach, mit flachem 
Rokokomuschel werk , bäuerlich. 
(Fig. 40.) 

Taufstein, Granit, gutes - x, 

Muster der schlichten Art solcher ^'f- <"• Puiifn«'!. Kirchen.tuhlwange. 

Stücke aus dem iS.Jahrh, (Fig,39.) 

Im Chorbogen seitlich Grabplatte des Georg Wolfgang von Schmauß, Herr Oiai 
zu Pullnried und Vorderalangau, geb. 10. Januar 1698, f 16. Oktober 1767, .Mit 
farbigem Wappen. Gelblicher Marmor. H. 0,54, Br. 0,40 m. 

Im Friedhof vor dem Westeingang der Kirche Grabstein eines Mädchens 
in der Tracht der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. (Fig. 41,) Ganz abgetreten. 
Inschrift nicht mehr sichtbar. Kind des Hans Neidhnrt von Gleissenthal (j c;i. 1625) 
oder seines Bruders Wolf Peter. 



51 VII. U.-A. OberviechMch. 

Pttiriiirche. Auf dem Friedhofe eisernes Kreuz, gut, zum Gedächtnis des Konstantin 

Hugo von Schmauß, geb, z 8. Juni 1815, f 30. Januar 1818. (Fig. 42.) 
LtuchKr. Vier Leuchter, Silber, ge- 

trieben, mit Laub- und Bandwerk, 
erste Hälfte des 18. Jahrhunderts. 



Ehem. SCHLOSS, jetzt Wirtshaus. Unbedeutender Bau. Von Pullenried 
stammen die Pullenreuter. Von 1350 an bis 1641 im Besitze der Gleissenthaler 
nachweisbar. Wolf Peter von Gleissenthal mußte 1630 der Religion halber aus- 
wandern. Von 1749 an die Schmauß. {Ludwig Frhr. v. Euckher, Vortrag über 
das Landsassen wesen der Obern Pfalz. MS. im Kreisarchiv Amberg, — Spf.rl, 
Vierteljahrsschrift für Wappenkunde, herausgeg, vom Verein Herold XXVIII, 400. — 
Bavaria 11, i, 573.} 

REICHENSTEIN. 

V. Destoi;ches, Oberpfalz, S. 257. — J. v. Fink, Versuch einer Gesch. d. 
Vicedomamtes Nabburg, München 1819, S. 54, 144. — Repertorium des topo- 
graphischen Atlasblattes Schönsee, München 1859, S. 38. — E. Roth, Gesch. d. 
freiherrl. Familie Karg v. Bebenburg. München, als Manuskript gedruckt, 1891, 
S. 109 ff. — VC. IV, 424; V, 223; VI, 175, X, i6i, 164; XV, 39; XVII, 234; 
XVIII, 267. — Bavaria 11, i, 571. — Vgl. die Literatur bei Schönsee. 



Flg. 43' RnchensMin. Tunnnitnc, ii 



56 



VII. B.-A. Oberviechtach. 




j — I — I — \ 



,»■»■ 



IJurgruinc. ANDREAS VON ReGENSBURG, Cd. LeIDINGER, S. 479, 575. — OeFELE, II, 513. — 

Geschichte, j VVÜRDINGFR, Kricgsgcsch. von Baycm etc. von 1347 bis 1506, München I (1868), 
186 f. — Riezler IH, 288.) Am 31. Dezember 15 14 bekennt Jobst Schlüsselfelder 
in Neunburg, daß er und seine Schwäger Hans Reich und Hieronymus Holfelder 
den Ulrich, Jörgen und Sebastian von Waldau das Schloß Reichenstein und die 
Stadt Schönsee um 3900 rhein. Gulden abgekauft haben, daß diese aber, da die 
Kaufsumme noch nicht ganz erlegt, Reichen stein und Schönsee als Pfand behielten 
und jetzt ebenso ihr Erbe Gilg von Waldau; er verkaufe nun seine Rechte an 
Reichenstein und Schönsee an Heinrich von Plauen, Graf zum Hartenstein. (Reichs- 
archiv München, Urkk. d. Herrschaft Schönsee.) Ganz kurze Zeit darauf ging 

Reichenstein an Thomas Fuchs 
über , den Reichshauptmann 
der Stadt Regensburg, der auch 
Schneeberg und Frauenstein in 
seiner Hand vereinte. Schloß 
Reichenstein wird bereits 1557 
und 1580 als »öd« und »zer- 
brochen« bezeichnet; vgl. oben 
Frauenstein S. 15. Auf der 
Karte von Schönsee und 
Umgegend von 1626 (Reichs- 
archiv München , Plansamm- 
lung Nr. 3001) ist denn auch 
Reichenstein als Ruine ein- 
getragen. 

Nach dem Aussterben der 
Fuchs 1665 verUeh Kaiser Leo- 
pold 1669 das Lehen Reichen- 
stein nebst Schönsee, Frauen- 
stein und Winklam dem Für- 
sten Leopold von Lobkowitz, 
Herzoge von Sagan. Indessen 
machten die Grafen von Aufseß, 
deren Mutter eine geborene 
Fuchs von Wallburg war, Anspruch auf das Lehen; sie wurden endlich nach 
langem Prozeß 17 13 in den Besitz dieser Herrschaften gesetzt. (Otto Freiherr 
VON UND zu AuFSESS, Geschichte des uradelichen Aufseß'schen Geschlechtes in 
Franken, Berlin 1888, S. 416.) Im Besitz von Reichenstein und Schönsee folgten 
die Grafen Khevenhiller-Metsch, 1759 ^** ^7^^ ^i^ Freiherren von Karg-Bebenburg, 
dann Freiherr von Eckart, die Grafen von der Mühlen; gegenwärtiger Besitzer: Herr 
Graf Carlo Maria Du Moulin-Eckart auf Bertoldsheim und Winklam. 

Zu oberst auf einer Felskuppe, 876 m über dem Meere, etwa 150 m über 
dem Tale gelegen. (Grundrißskizze und Profil Fig. 44. Ohne Maß. — Ansicht 
Fig. 43 und 45.) Es steht nur noch ein Rest des runden Turmes (Bergfrieds), 
Bruchsteinmauerwerk, auf einem Felsblock, der nach Süden eine senkrechte Steil- 
wand hat. 

Über die Sagen, die sich an die Burg knüpfen, vgl. Schönwerth II, 411. 
(Unterirdischer Gang nach Frauenstein, weiße Frauengeister, tiefer Schloßbrunnen.) 




Fig. 46. Schneeberg. Grundriß und Längsschnitt der Kirche. 



Beschreibung. 



Sl Wilburga. — Schneeberg. 57 

ST. WALBURGA 

siehe NIEDERMURACH, 

SCHNEEBERG. 

KATH. KIRCHE ST. WOLFGANG. Nebenkirche von Winklarn. Ma- 
trikel R., S. 27z. — VO. LUI, 221. 



Durchaus flach gedeckt er Bau mit gestelzt halbkreisförmiger Chornische. Wohl 

romanische Anlage. (Grundriß und Längsschnitt Fig. 46.) Eingang westlich. Große 

Fenster, verändert. Bruchsteinbau, jetzt verputzt. Das Giebelmauerwerk ist neuer. 
Giebeltürmchen 1897 erneuen. Ziegelpflaster. 



■ - . . . ^-- . 



Choraltar, Barock, mit zwei Säulen. Daneben stehen die fast lebensgroßen . 
Holzfiguren St. Johannes Ev. u, Petrus, beide lebhaft bewegt, wahre Muster des 
manierierten Gewandstiles, wie er in der Frühzeit des 18. Jahrhunderts in dieser 
Gegend gebräuchlich war. 

Glocke: In gotischer Minuskel die Inschrift : <7««c ■ dm ■ m ■ ua ■ Ix ■ im ■ c 
(1464) verbvm ■ caro ■ faclvm ■ est. (Fig. 47 u. 48.) 



VII. B.-A. ObervieehUeb. 



6o VII. B.-A. Obervi«htach. 

SCHÖNSEE, 

Drei unparteiische Rechtsbelehrungen, worin gezeigt wird, daß die etc. Herr- 
schaft Schönsee denen Grafen von Aufseß zugehörig sei. Amberg 1698. — Gründ- 
liche Information und Vorstellung etc. Vgl. den vollständigen Titel S. 6. — 




Zimmermann, Kalender V, iqi — 192. ^ Repertorium dos topographischen Atlas- 
blattes Schönsee, München 1859, S. 39. — Otto Frhr, von Aufsess, Geschichte 
des uradelichen Aufseßschen Geschlechtes in Franken, Berhn 1888, S. 416. — 
E. Roth, (k'schichte der frei herrlichen Familie Karg v. Bebenburg, München, als 
Manuskript gedruckt, 1891, S. 109 ff. — Bavaria II, i, 571. — Sperl, Vierteljahres- 



6l VII. B.-A. Obtmecbtach. 

STADLERN. 

KATH. WALLFAHRTSKIRCHE U. L. FRAU UND ST. MICHAEL. 
Im Mittelalter Pfarrkirche. Seit dem i6. Jahrhundert zur Pfarrei Schönsee gehörig. 
Matrikel R., S. 366. 

1 43 1 wurde der Ort von den Huüiten eingeäschert. In der Regensburger Bistums- 
matrikel von 1433 wird die Kirche noch als verwüstet (devastata) bezeichnet. (Thomas 
Ried, Geograph. Matrikel d. Bisthums Regensburg 1813, S. 408. — Matrikel R., S. XIX.) 



Gotischer Bau um 1400, später verändert. (Grundriß Fig. 51. — IJlngsschnitt 
Fig. 52. — DeLiils Fig. 53.) 

Chor eingezogen, rechteckig, mit zwei Kreuzrippenge wölben auf Kragsteinen; 
die mittleren Kragsteine profiliert, auf kurzen Säulchen ruhend; Hohlrippen; runde 
Schlußsteine. Der Chorbogen früher sehr nieder, in neuester Zeit durch Ausbrechen 
erhöht. Das Langhaus flach gedeckt, woh! nachträglich im Westen verlängert. 
Fenster alle groß halbrund. Turm nördlich am Chor, mit modernem Spitzhelm. 

Bruchsteinluiu, verputzt. An den Ostecken des Chors Strebepfeiler. 



Sudlern. 63 

Choraltar, stattlicher Bau im Barockstil vom Anfang des 18. Jalirhunderts, Kir 
mit vier Säulen. Darin das Gnadenbild, mit wirklichen Gewändern angetan; es 5"" 
ist der oberste Teil einer spätgotischen Tonfigur vom Ende des 15. Jahrhunderts, 
St. Maria, das Kind auf dem rechten Arm. (Vermutlich aus dem Bildersturm der 



Calvinistcn gerettetes Bruchstück ?) 
Über das Gnaden biltl und die daran 
sich knüpfende Sage vgl. : Schön- 
WERTH II, 248. — Bavaria II, i, 227. 
— Fr. Lippert, Gesch. d. Gegen- 
reformation in Staat, Kirche und 
Sitte der Oberpfalz-Kurpfalz zur Zeit 

des Dreißigjährigen Krieges, Frei- Rg. 57- Stadit™. sttin«iüit mit chrism. iü a« Ken«, 

bürg i. Bf. 1901, S. 159. 

Zwei Nebenaltäre mit zwei Säulen, Muschelwerkrokoko, um 1760— 1770. 
Auf dem nördlichen Nebenaltar statt eines Gemäldes die HoUfigur des hl. 
Michael, in lebhafter Bewegung auf einem großen Drachen stehend. Etwas derbes, 
aber charakteristisches Rokokowerk. 

Kanzel, Muschelwerkrokoko. 



64 VII. B.-A. OberviechUch. 

Kirchenstühte, mit Akanthus, um 1700. {Fig. 54). 

Zwei Beichtstühle, mit Akanthusbekrönung, um i'joo. 

An der südlichen KJrchentUr ist ein Hufeisen aufgenagelt. (Fig. 55.) 
Es geht davon die Sage: Ein Ritter, der sich verirrt hatte, gelobte eine Kapelle zu 
bauen. Als er nach seiner Rettung die Kapelle baute, befestigte er an der Tür 
ein Hufeisen seines Pferdes. 



Fig. sB. Teuni. Ampel am ölberg im Friedhaf. 

1 Außen an der Südseite eine Granitsäule, von Reben umwunden. (Fig. 56 

■ und Fig. 57.) Oben tabernakelartiger Aufsatz, an welchem in Relief Christus in der 
Kelter: IJer leidende Heiland, stehend, mit gefalteten Händen, die Kelter tretend. 
Inschriftreste. H, ca. 3,50 m. Wohl zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts. Interessant 
als spätes Beispiel einer im Mittelalter sehr häufigen, unter Bezug auf Isaias 63, 3 
sich entwickelnden Darstellung. (Vgl. über diese Heinrich Bercner, Handbuch der 
kirchlichen Kunstaltertümer in Deutschland, Leipzig 1905, S. 543 ff.) 



TEUNZ. 

V. DEtiTorcHES, Oberpfalz, S. 252. — v, Fink, Vizedomamt Nabburg, S. 54. — 
Bavariall, i, 573. — VO. VI, 173; XVII, 156; XVJU, 157; XXXLU. 82. — Bayer- 
hnil XII (1901), 391, 419 (mit Ansicht). ^ Kalender f. kath. Christen 1904, S. 71. 



TCUDE. 65 

KATH. PFARRKIRCHE ST. LAMBERT. Matrikel R., S. 257. 1 

17S3 erbaut, 1774 geweiht. Einfach. Turm von 1834. Der eingezogene Chor ' 
hat ein Joch und Schluß in drei Achteck seilen. Das Langhaus drei Joche. Tonnen- 
gewölbe mit Stichkappen. Turm westlich, Sakristei nördlich. 

Choraltar mit vier gewundenen Säulen und den Seitenfiguren St. Joachim 
und Anna, mit l^ub- und Bandwerk verziert, Rokoko, gut, insbesondere die Figuren, 
die sehr flott geschnitzt sind. Aus der Klosterkirche Neukirchen zum hl. Blut. 



Zwei Nebenaltäre, Rokoko, einfach. Am nördlichen oben kleines Brust- 
bild des hl. Joseph, gut. 

Kanzel, Muschel werk rokoko. 

An den Wänden zwölf Apostelfiguren, Holz, flott. Rokoko. H. 0,10 m. 

.An der Südwand Beweinung Christi, Ölgemälde auf Leinwand, gut, 
iS. Jahrhundert. 

An der südlichen Chorwand Grabstein der Maria Adelhaid Gräfin von 
Tauf kirch, Herrin auf Fuchsberg und Teunz, geb. Fugger von Schwindegg, 
t 17. Mai 1789. 

Hell VII. 5 



VII. B..A. Oberviechtach. 



fig. 60. Ttuni. Toi. 



Fig. 61. Tcuni. Td« 



Teuni, — Weiding. 67 

Am Olberg im Friedhof Ampel in Herzfonn, 18. Jahrhundert, originell. (Fig. 58.) i 

Am Weg von Teunz nach Niedennurach bei einer Feldkapelle ein STEIN- : 

KREUZ (Siihnekreuz), Granit. Daneben TOTENBRETTER. 1 



Ehem. SCHLOSS. Einst Leuchtenbergüches Lehen. (Reichsarchiv München, 
1 .euch ten berger Lehenurkk. No. 1095 — 1118.) 



WEIDING. 



KATH. PFARRKIRCHE ST. NIKOLAUS. Matrikel R., S. 171. 1 

Schon im herzoglichen Salbuch von ca. 1170 ist in Weiding >ein gemawert 
chirchen« erwähnt. (MB. XXXVIa, 448; vgl. MB. XXXVIb, 352. — Frank, Deutsche 
tJaue V [1903], 27.) 

Neubau nach einem Brande im Jahre 1836. 

Kanzel, mit den Figuren der vier Kirchenväter, Barock, zweite Hälfte des 
17. Jahrhunderts. 



68 Vil. B.-A. Oberyiecblacfa. 

rkirche. Johannes und Maria (von einer Kreuzigungsgruppe), fast lebensgroße, mäßige, 

aber charakteristische Holzfiguren des i8. Jahrhunderts in pathetischer Auffassung. 

St. Maria mit dem Kinde, stehend, Holzfigur, i8. Jahrhundert. H. 1,15 m. 

Verkündigung Maria, Gemälde auf Kupfer oder Zinn. Um 1650 — 1700, 

H. 2,10, Br. 1,315 m. (Im Pfarrhof). 

Gttätt. Ciborium, Fuß Kupfer, vergoldet. Mit aufgelegten Silberomamenten. 

Muschelwerkrokoko. Um 1753. H. 0,21 m. 

Kelch, Silber, vergoldet, mit Fruchtschnüren und Muschelwerk getrieben. 
Augsburger Marke mit Jahresbuchstabe A und Marke lAa Um 1750. H. 0,242 m. 



WILDEPPENRIED. 

KATH. KIRCHE ST. BARTHOLOMÄUS. Filiale der Pfarrei Pullenried. 
Matrikel R., S. »54. — VC. LHI, 219. 
Neubau, nach einem Brande 1869. 
Auf dem Hochaltar gute Holzfigur des hl. Bartholomäus, 18. Jahrhundert. 



Vor dem südlichen Eingang Grabstein, sehr abgetreten, mit großem un- 
kenntlich gewordenen Wappen. (Fig. 63.) Am Rande in gotischer Majuskel Reste 
einer Inschrift: A/^NO ■ DNI ■ M" ■ CCCC ■ .Y ... (?) lAM ■ I Hill III ■ 
yACH ■ DEM III II I III I Q)IN- FACE- Granit. L. 1,80, Br. 0,81 m. Wohl 
von einem Besitzer der nahen Burg Wildstein. Das noch kenntliche Helmkleinod 
deutet auf das Geschlecht der Frankengrun er. (Jetzt vom Boden gehoben.) 



WILDSTEIN. 

BURGSTALL. J. v. Fink, Versuch einer Gesch. d. Vizedomamts Nabburg, bui 
München 1819, S. 55, 108. — VO. VI, 174. — Bavaria n, 1, 573. — Bayeriaa d XII 
{1901), 391 ff. 

Ansichten. Karte des Churamts Murach von 1589 {vgl. oben S. 6). 
(Fig. 64.) — Bayerland XII (1901), 419. 



Am 28. Oktober 1355 wird »zum Wildsteinc eine Urkunde ausgestellt, laut 1 
welcher Egid Paulsdorfer zu dem Tennesberg und seine Frau ihrem Oheim Konrad 
dem Kräzlein zum Wildstein die drei Oeden zu dem Nesseltoch verkauften etc. 
(VO. XL, 126.) Am 4. Oktober 1356 erkennt Otto der Zenger von Schwarzeneck, 
Richter zu Neunburg, dem Pfalzgrafen Ruprecht dem Jüngeren die Henrschaft und 
das Halsgericht zu dem Wiidstein gegen den Ritter Kunrad den Chraetzel von 
dem Wihstain zu. (Reg. Boic. VIII, 357.) Am 27. Mürz 1373 verkauft Elspet, 
Herrn Chunrad des Chratzleins seelig Tochter, ihre Feste und ihr väterliches Erbe, 
den Wiidstein, mit allem Zubehör an den Landgrafen Johann von Leuchtenberg. (Reg, 
Boic. IX, 294. — Wittmann, Gesch. d. Landgr. v. Leuchtenberg I, 244. — VO. 
LI, 15.) 137g; Andre der Zenger von Fronhoff, ze den czeiten pfleger ze Wild- 
stain. (MB. XXVII, 249.) Am 2. Mai 1394 entscheidet der Burggraf Friedrich von 
Nürnberg den Streit zwischen dem Pfalzgrafen Ruprecht dein jungen und dem Land- 
grafen Johann von Leuchtenberg wegen des großen Pfrentschweihers und der Güter, 
die der Landgraf von der Kretzlein wegen von den Herren von Bayern pfandschafts- 
weise zu dem Wildstein gehabt hat. (Reg. Boic. XI, 12. — Witt.m.^nn, a. a. O. I, 262. 
— VO. LI, 15.) .\m 1. Juh 1409 verkauft der Landgraf Johann die Feste an Hermann 
den Franken grün er, der sie dem Pfalzgrafen Johann zu Lehen aufträgt. (Wittmann 
a. a. O. I, 277. — VO. LI, 15.) In der Einigung zwischen dem Herzog Johann dem 
Neunburger oder Neumarkter und dem Kurfürsten Ludwig III von der Pfalz vom 
26. September 1411 wurde u. a. bestimmt, daß über die »Lehenschaft wegen Wilt- 
stein< der Kurfürst Ludwig zu verfügen habe. (VO. XXVU, 78,) 

Über weitere Besitzer geben die OberpfUlzer Lehenurkunden im Reichsarchiv 
München Nr. 4086 — 4101 Aufschluß. 28. Februar 1476: Revers des Jörg Rabe zum 
Wildstein über das halbe Schloß Wiidstein, das er von seinem verstorbenen Vetter 
Nikolaus Rabe geerbt hat. (Nr. 4086.) 3. November 1488: Revers des Georg und 
Fritz Holtzschuher zu Nürnberg über Schloß Wildstein, das sie von Albrecht und 



70 VII. B-A. OberviechUch. 

Hans den Raben gekauft. (Nr. 4087.) (Vgl. VO. VI, 174.) 23. Juli 1499: Revers 
des Hainz Ochs über Schloß Wildstein, der es von den HoUschuhera gekauft. 
(Nr. 4088.) 19. Oktober 1562: Revers der Brüder Hans Rüdiger und Hans Sigmund 
Machenwttz überdashalbeSchloD Wildstein. (Nr. 4098.) 13. September 1564: Lehenbrief 
für Wolf Satzenhofer von Fuchsberg über einen Teil von Schloß Wildstein. (Nr. 4099.) 
12. September 1564: Reversbrief des Wolf Satzenhofer zum Fuchsberg als I-ehens- 







träger der Witwe des Florian Ochs, Anna, über einen Teil des Schlosses Wildstein. 
(Nr. 4100.) Vgl. dazu Jakob Wille, Die deutschen Pfalzer Handschriften des 16. 
und 17. Jahrhunderts der Universitäts-Bibliothek in Heidelberg, Heidelberg 1903, S. 6z. 
10. November 1566: Konsensbrief für die 4 Töchter des Florian Ochs über 400 fl. 
auf Wtldstein, (Nr. 4101.} 

Auf der Karte des Churamts Murach von 1589 (vgl. S. 6) ist Schloß Wildstein 
noch vollkommen erhalten (unter Dach) abgebildet. (Fig. 64.) 

Der Burgstall liegt 745,8 m über dem Meere auf der Kuppe eines Beiges. 
(Grundrißskizze und Profil Fig. 65. Ohne Haß. — Ansicht Fig. 66 und Tafel V.) 
Der Berg fällt gegen Süden und Westen steil ab, gegen Nordosten aber senkt er 
sich in sanfter Abdachung zu dem i km entfernten, nur 68 m tiefer zwischen 
Hügel gebetteten Dorfe Wildstein herab. Die völlig kahle Kuppe wird von drei 



groQen Gruppen von Granulit reisen und Granulitbänken gekrönt, die in der Richtung i 
von Nordwesten nach Südosten ungefähr in einer Linie hingelagert sind. Von ' 
ferne sehen diese GranuHtbänke wie Bastionen aus. Meilenweit beherrscht die 
Kuppe als charakteristisch geformter Höhenpunkt die lAndschafl. Die mittlere 
Felsgruppe und die äußerste im Nordwesten — auf letzterer stand wohl der Turm 
— waren in den Bering der Burg einbezogen. Zwischen beiden Felsgruppen lief 
eine Mauer, Von der nordwestlichen Gruppe lief ferner eine Umfassungsmauer 
nach Südosten, schließlich im Bogen auf die mittlere Felsgruppe zuhaltend. Ein 



drei bis vier Fuß hoher Schuttwall bezeichnet den Zug dieser Mauern. Auch an 
der Nordseile der äußersten Felsgruppe im Nordwesten sind unten Schuttwälle. Am 
Fuße dieser Felsgruppe barg der Burghof einen Brunnen. Die Hänge der Kuppe 
sind ringsun) mit kleineren FelstrUmmem übersät. Kein Baum, kaum ein Strauch 
unterbricht die kahle Ode der Flächen, Selbst das Gras und die zwischen den 
Felstrümniem wuchernden Schwarzbeeren werden von der Hitze des Mittsommers 
halb versengt. Inmitten der düsterschwärzlichen, verwitterten Felsenblöcke entsteht 
in dem Besucher der wind um rauschten Höhe das Gefühl der Einsamkeit und Ver- 
lassenheit, wie auf .Altenschneeberg, und zugleich auch der Unwirtlichkeit und Rauh- 
heit, Weiter Femblick, insbesondere nach Osten und Süden. Eines der schönsten 
Stimmungsbilder der Oberpfalz. 

Über die Sagen, die sich an die Burg knüpfen, vgl. Schönwerth 11, 415, 458, 
(Schwarze Frau, Schatzgewölbe, unterirdischer Gang zwischen Tännesberg und 
VVildstein.1 



•J2 VIl. B.-A. Oberviechtach. 

WINKLARN. 

Zimmermann, Kidender V, 211 f. — v. Destouches, Oberpfalz, S. 256. — 
Bavaria II, i, 574. — Götz I, 816. — VO. IV, 444; VI, 169 f.; VII, 127, 130, 148, 
271; IX, 134, 148, 151, 155, 163; XVI, 38; XVII, 219; XVin, 157. 267; XXIII, 46; 



XXIV, 77; XXVIII, 236; LIII, lai. — Si'KRL, Vierteljahrs seil rift f. Wappenkumie 
XXVIII (1900), 396. — Hubert Frhr. v. Gumppenkerg, Geschichte d. Familie von 
Guiiippenberg, München 18S1, S. 32z. — Otto Frhr. v. Auksess, Geschichte d. 
uradelichen Aufscßschen Gfschlechtes, Berlin 1888, S. 416. 

Ansicht bei Ai-ian 1568 und auf der Karte des Chiiramts Nhirach von 1589 
(vgl. oben S. 6\ 

KATH. PFARRKIRCHE ST. ANDRKAS. Matrikel R.. S. 271. 

Schon im Malbuch von ca. 1270 wird in Winklarn lein chirch und ein turn; 
erwähnt. (MB. XXXVIa, 448.) 



Winklarn 

Altar in der Friedhofkapelle 

Vtl. B.-A. Oberviechtacli 



74 VII. B.A, OberviechUch. 

i8ii abgebrannt i8j6 neu erbaut, mit Beibehaltung des Kuppel tu rmes, der 
westlich in der Längenachse steht, in die Kirche eingebaut. 

Zwei Nebenaltäre, originell, Rokoko. (Fig. 67.) Die Giebelsegniente von 
fliegenden Engeln getragen. Unter letzteren stehen auf Vorsprüngen Vasen. Aus 
der Stadtpfarrkirche in Amberg hierher transferiert. 



Kanzel, klassizistisch, gut, um 1826. 

In der Sakristei Crabstein des Hans Christoph Fuchs von Wallburg auf 
Winklam. Darauf der Verstorbene im Harnisch, nach links, die Linke am Schwert- 
griff, in der Rechten einen Streitkolben, dessen oberer Teil fehlt. Rechts unten 
<las Wappen. Ohne Inschrift. Stark übertüncht. Frülizeit des 17. Jahrhunderts. 
H. 1,64, Br. 0,79 m. 



Wipklam. 75 

Ebenda Grabstein von dessen Frau, darauf die Verstorbene in ganzer >"igur f 
in Hochrelief, die Handschuhe in der Hand. Am Rande die Inschrift: Ao. dni. 
1604 n 1 1 1 1 1 1 1 Isl itt Gott Seli^Uch Entschlaffen die Wolgepome vnd Edle Frau 
Sabina Fuchsin von Wincklem Geborne Freyin von Gumppenherg Dem Seelen Got 
gtnedig sein Wälle. Amen. Stark übertüncht. H. 1,82, Br, 0,96 m. Beide Steine 
nur mäßige Arbeit. 



Pluviale, Levitengewänder, Casula, weiß, mit reicher Stickerei in 1 
Ciold und farbiger Seide, 18. Jahrhundert. Aus Kloster Waldsassen nach der Säku- ' 
larisation gekauft. 

Glocke: ZV GOTTES EHR HAT MICH GEGOSEN MARTIN FREY < 
IN MINCHEN VNVERDROSEN MDLXXXVIII. Am Mantel: SANCTA 
MARIA DIGNARE ME LAVDARE TE VIRGO SACRATA. Das herzogliche 
bayerische Wappen und ein Brustbild, unter welchem : FERD. D. G. V. BA V. D. 
{= Ferdinandus dei gratia Bavariae dux). Kam nach dem Brande aus Ingolstadt 
hierher. 



Winklam. 77 

KRJEDHOFKAPELLE ST. MARIA HIMMELFAHRT. Matrikel R-, 1 
S. 272. (Grundriß und Details Fig. 69.) Ostlich und westlich in drei Achteckseiten 
geschlossen. Ostlich ein Turm vorgelegt. Flache Leistendecke. Fenster spitzbogig. 
Westempore. Turm oben achteckig mit Kuppel. 

Altar. Höchst interessanter und origineller Aufbau. 
(Tafel VI u. Fig. 68.) Mit Relief des Schutzengels, Erste 
Hälfte des 17. Jahrhunderts. Ehemals in der Pfarrkirche. 
Vgl. S. 80. 

SCHLOSS. Im Besitze des Herrn Graten Du ! 

Moulin-F^kart auf Bertoldsheim und Winklam. Recht- 
eckig, mit ehemals vier, jetzt noch drei kräftigen, über 
Eck gestellten Türmen an den Ecken. Gegen Ende des 
16. Jahrhunderts. (Auf der Karte des Churamts Murach 
von 1589 [vgl. oben S. 6) ist das Schloß schon mit 
vier Ecktürmen abgebildet.) 1822 abgebrannt. Damals 
brannte auch der sog. Marmorsaal in der Mitte ab, über 
dem ein Turm aufstieg. Abbildung des Schlosses befindet 
sich in Bertoldsheim. 

In einem Raum des Erdgeschosses an der Wand Rg. 73. winkinni. Siciniiniu. 
Inschriftstein. Darauf in gotischer Majuskel; ANNO ■ 

DOMI ■ M ■ CCC ■ LXF (= 1365). O. (= obüt) CHVNRAT ■ RACEN- 
REWTAR- OSANN ■ HAWSFRAW. H. 0,66, Br. 0,63 m. 

STEINKREUZ an der Straße nach Ku!z in der «Robaina, darauf auf einem : 
Dreieckschilde ein Hufeisen und ein Hammer. 15. Jahrhundert? Wohl Sühnekreuz 
für einen erschlagenen Schmied. (Einen Ortsteil »Robain* gibt es auch im nahen 
Schönsee. Gerichlsgrenze ?) (Fig. 73.) 

Ein zweites STEINKREUZ, ohne Abzeichen, in der »Raigerstraße^. 



KUNSTSTATISTISCHE ÜBERSICHT. 

Das Bezirksamt Oberviechtach ist arm an Kunstdenkmälem. Im Mittelalter 
mag die kirchliche und profane Kunstpflege von verschiedenen Seiten her beeinflußt 
worden sein. Vom i6. Jahrhundert an scheint die Regierungshauptstadt Amberg 
mehr in den Vordergrund zu treten. 

I. BAUKUNST. 

I. KIRCHLICHE BAUTEN. 

Aus der romanischen Periode sind nur zwei Kirchen gaiiz erhalten (Hof, 
Schneeberg). Und von diesen bietet nur eine (Hof) größeres Interesse. Der ehe- 
malige westliche Eingang in Emporhöhe deutet darauf, daß der Bau zu jenen ziemlich 
zahlreichen romanischen Kirchen oder Kapellen zählt, die in unmittelbarer Ver- 
bindung mit einem Edelsitze standen. (Über diesen Typus vgl. Kunstdenkmäler 
der Oberpfak, Heft I, B.-A. Roding, S. 215.) 

In Pertolzhofen ist aus der romanischen Periode der Turm auf uns gekommen ; 
er enthielt in seinem gewölbten Erdgeschosse ehemals den Chor. In Gleiritsch 
sind die Umfassungsmauern des Langhauses noch romanisch. 

Gotische Bestandteile enthalten die Kirchen in Gleiritsch, Niedermurach, 
Oberviechtach, Stadlern; bemerkenswert davon ist nur die Kirche in Stadlern. 

Aus der Renaissance stammt die Friedhofkapelle in Winklam. 

Von den ebenfalls einfachen Barock- und Rokokobauten nennen wir die Pfarr- 
kirchen in Niedermurach und Oberviechtach, die letztere von einem Amberger 
Meister, Johann Wolfgang Diller. 

Unter dem Einflüsse des angrenzenden Böhmen besteht im Bezirke die Sitte, 
in Dörfern und Weilern, welche keine Kirche oder Kapelle besitzen, hölzerne 
Glockengerüste oder Glockenhäuser (»GlockenhäusU, sagt das Volk) zu errichten. 
Vgl. Lind, Nottersdorf, Obermurach. In Hannesried begegnet statt des hölzernen 
Cjlockenhauses ein gemauerter Glockenturm. Im Böhmerwald und im Riesengebirge 
sind solche Glockentürme, Glockengerüste und Glockensäulen häufig. (Bernhard 
Grueber, Die Kunst des Mittelalters in Böhmen, IV. Teil, Wien 1879, S. 106 ff. — 
Topographie der historischen und Kunstdenkmale im Königreich Böhmen, IX: Der 
politische Bezirk Rokytzan, Prag 1901, S. 70.) 

2. PROFANE BAUTEN. 

Voran steht die Burgruine Obermurach. Mannigfach wechselt das Bild des 
Schloßberges je nach dem Standpunkt des Beschauers. Am eigenartigsten aber ist 



Kunststatistische Übersicht. 79 

der Umriß von Berg und Burg beim Anblick von Nordosten her; von breiter Basis 
steigen die Dreieckslinien der Granitkuppe in sanfter Einziehung in die Höhe, empor 
aus dem im Bogen gewundenen Wiesentale der Murach, oben jäh und kühn in die 
mächtig aufstrebende Senkrechte des gleich einer Felsennadel ragenden Turmes über- 
gehend; dazu ringsum ein Kranz von Bergzügen und Gewölben. Der Bergfried der 
Burg ist schwer zu datieren. Daß das Obergeschoß ein späterer Aufbau, und zwar 
aus gotischer Zeit, ist, erscheint klar. Am älteren Unterbau deutet die rundbogige 
Eingangsöffnung auf Festhalten eines romanischen Motives; die Zangenlöcher aber 
weisen darauf, daß der Bau nicht vor der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts ent- 
standen ist. (Die Beispiele, welche für die Verwendung der Mauerzange vor dieser 
Zeit angeführt werden, erscheinen mir nicht stichhaltig. Vgl. O. Piper, Burgenkunde, 
S. 137 f.) Der Bergfried dürfte also an Stelle eines Vorgängers neu erbaut worden 
sein, als die Burg bereits in den Besitz der bayerischen Herzöge übergegangen war, 
etwa 1270 — 1300. 

In der schönen landschaftlichen Lage wetteifern mit Obermurach die Burg- 
ruinen Frauenstein und Reichenstein, beide nur mit geringen Mauerresten, und die 
Burgstalle Altenschneeberg und Wildstein. Als Burgstall ist weiter zu nennen 
Plassenberg bei Gleiritsch. 

Mittelalterliche Reste stecken noch in den Mauern des ehemaligen Schlosses 
Fuchsberg. Aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts rühren das Schloß in 
Winklam und das ehemalige Schloß in Niedermurach her. Einfach sind die ehe- 
maligen Schlösser und Hammerhäuser Lukahammer, Oedmiesbach, Pertolzhofen, Plech- 
hammer, Pullen ri ed. 

Bei den Bauernhäusern war in älterer Zeit Holzbau üblich. Beispiele in 
Dietersdorf. Schönes Stadeltor in Hof. An den größeren Häusern, vor allem auch 
in Oberviechtach, sind die Giebel häufig abgewalmt. 

II. PLASTIK. 

Spätgotische Figuren finden sich in Heinrichskirchen, Johannesberg, Muschen- 
ried, Stadlern. Bessere Arbeiten des 17. und 18. Jahrhunderts in Gaisthal, Nieder- 
murach, Schneeberg, Teunz (sehr flott), Wildeppenried. 

Mittelalterliche Grabsteine begegnen in Winklam (im Schloß, von 1365), in 
Niedermurach (schön und interessant) und Wildeppenried (15. Jahrhundert). Unter 
den späteren Grabsteinen, die ja historisch alle von mehr oder minder Belang sind, 
nennen wir hier mit Rücksicht auf die Darstellung Steine in Gleiritsch, Pullenried 
und Winklam. 

Eine ikonographische Seltenheit ist die Steinsäule mit Christus in der Kelter 
in Stadlern. 

III. MALEREI. 

Denkmäler von einigem Interesse sind hier ganz spärlich. Von Nikolaus 
Bruno Belau (geb. 1684 in Magdeburg, Schüler von A. Ten^'esten in Berlin, hielt 
sich auf dem Rückweg von Italien einige Zeit in Wien auf, wo er in den Schlössern 



So VII. 13.-A. Oberviechtach. 

malte, gest. 1747 in Barby [G. K. Nagler, Neues allgem. Künstler-Lexicon, München 
I, 381]) finden wir ein Altarblatt in Pullenried. Ein gutes Altargemälde des 18. Jahr- 
hunderts ist in Teunz. Maler Michael Wild aus Amberg war tätig für Oberviechtach^ 
Anton Merz aus Neunburg v. W. lieferte die Deckenmalereien in Pertolzhofen. Von 
einem nicht weiter bekannten Lidmann sind die Deckenbilder in Niedermurach (1762). 

IV. KIRCHLICHE EINRICHTUNGSGEGENSTÄNDE. 

Einen eigenartigen Renaissancealtar aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts 
birgt die Friedhofkirche von Winklarn. Sieht man von der Burgruine Obermurach 
ab, so darf man diesen Altar wohl als das interessanteste Denkmal des Bezirksamts 
bezeichnen. In seinem ganz von der italienischen Renaissance beeinflußten Aufbau 
als Bogenaltar mit Engel-Karyatiden steht das Werk bei uns um jene Zeit vereinzelt ; 
die weitere Entwicklung des Renaissancealtars knüpft nicht an diesen Typus an, sie 
schließt sich vielmehr an das Motiv der Dreiteilung der figürlichen Darstellung, wie 
es der gotische Flügelaltar ausgebildet hat. 

Ein guter Spätrenaissancealtar von 1666 findet sich in Gaisthal. 

Barockaltäre haben wir notiert in Johannesberg, Niedermurach (St. Walburg), 
Pertolzhofen, Pullenried, Schneeberg, Schönsee, Stadlern; Rokokoaltäre in Gleiritsch, 
Niedermurach, Pertolzhofen, Pondorf, Pullenried, Stadlern, Teunz, Winklarn. Von 
letzteren verdienen für die Geschichte der lokalen Entwicklung des Altares besonders 
die aus Amberg stammenden Bauten in Pullenried und Winklarn Beachtung, ebenso 
die Nebenaltäre in Niedermurach. 

Von den Kanzeln ist die hübscheste die Rokokokanzel in Oberviechtach. Gut 
ist auch die klassizistische Kanzel in Winklarn. 

Es bleibt der Lokalforschung überlassen, an der Hand etwa noch vorhandener 
Kirchenrechnungen oder Akten die Meister der kirchlichen Einrichtungsgegenstände 
der Barock- und Rokokozeit festzustellen. Wir haben nur in Oberviechtach dies- 
bezügliche Notizen gemacht; ein Schreiner aus Amberg, Leonhard Bacher, und ein 
Bildhauer ebendaher, Johann Philipp Luz, haben hier 1779 den Choraltar geliefert. 
Der gleiche Bildhauer und Schreiner begegnet z. B. in der Kirche in Neudorf, 
B.-A. Neustadt a. W.-N. 

Ein einfacher, gotischer Taufstein (jetzt Weihwasserstein) mit Blendarkaden ist 
in Pertolzhofen; der Typus scheint für die Gegend charakteristisch zu sein, da er 
z. B. in Perschen bei Nabburg wiederkehrt. 

V. GLOCKEN. 

Aus dem 14. Jahrhundert stammt eine Glocke in Gaisthal und Pertolzhofen, 
von 1464 eine in Schneeberg. 

Der Glockengießer Martin Frey von München begegnet in Winklarn (1588); 
Johann Gordian Schelchshom von Regensburg in Muschenried (1701); Martin Neumair 
und Johann Erhard Kißner von Stadtamhof in Pertolzhofen (1726 und 1776); Joseph 
Filippi von Stadtamhof in Gleiritsch (1798). 



Kunststatistische Übersicht. gl 

VI. KIRCHLICHE GERÄTE. 

Unter den kirchlichen Geräten konnte, soweit der Augenschein möglich war, 
nichts von Bedeutung festgestellt werden. 

Liturgische Gewänder mit reicher Stickerei, aus Kloster Waldsassen stammend, 
werden in Winklam aufbewahrt. 

VII. SONSTIGE ALTERTÜMER. 

Steinkreuze (meist Sühnekreuze, zum Teil vielleicht auch Gedenkkreuze an 
Stelle von Unfällen) haben wir beobachtet in Hof, Niedermurach, Teunz, Winklam. 
Für die Deutung dieser Kreuze ist ein bei Niedermurach erwähnter Sühnevertrag 
aus dem 15. Jahrhundert von Interesse, ein Beispiel unter vielen ähnlichen. 

Außerordentlich verbreitet sind im Bezirke die Totenbretter, d. h. Bretter, auf 
welchen die Verstorbenen im Hause aufgebahrt waren, mit nachträglich aufgemalten 
Inschriften, die den Namen, die Daten, einen Spruch geben. Sehr oft sind sie in 
horizontaler Lage angebracht. Es gibt kaum eine Ansiedelung, in deren Nähe wir 
nicht am Wege auf Gruppen von Totenbrettem stoßen. Diese eigenartigen Denk- 
mäler der Pietät erinnern den Wanderer auf Schritt und Tritt inmitten der schönen 
I^ndschaft an die dem menschlichen Leben gesteckten Grenzen. Die ernste, ja 
düstere Stimmung wird noch dadurch verstärkt, daß viele der Bretter verfallen und 
verfault sind. Bisweilen finden sich Totenbretter in Verbindung mit einem Stein- 
kreuz, einem hölzernen Feldkreuz, einer Statue des hl. Johann Nepomuk. 

Kulturgeschichtlich beachtenswerte Votivbilder sind in Fuchsberg, (raisthal, 
Irlach, Niedermurach, Oberviechtach (Bleichangerkapelle). Die meisten davon in 
Hinterglasmalerei. 

Eigenartig sind die Votivgaben der Wickelkinder aus Wachs, mit Goldflitter 
verziert, in Irlach und Niedermurach. (Vgl. dazu Richard Andree, Votive und 
Weihegaben des katholischen Volkes in Süddeutschland, Braunschweig 1904, S. 96.) 

Große Votivkerzen aus dem 18. Jahrhundert sind in Pertolzhofen. 

An der Tür der Wallfahrtskirche in Stadlern ist ein Hufeisen angenagelt. (Über 
diese Sitte vgl. Richard Andree, a. a. O. S. 74 ff. — Vgl. auch Kunstdenkmäler der 
Oberpfalz, Heft IV, B.-A. Parsberg, S. 259.) 

Auch die Kümmemisbilder in Niedermurach und Oberviechtach verdienen 
hier Erwähnung. 




Heft VIl. 



I. Ortsregister. 



(Die stärkeren ZifTcm bezeichnen die zu^mmenhängendr Beschreibung, die schwächeren gelegentliche KrwähnunK-) 



Altcnschnecbcrg i, 2, 3, 4, 5, 9, 13, 14, 21, 

56, 79. 
Blassenberg 19» 79. 
Dietersdorf 13t 79. 
Eigelsberg 13. 

Frauenstein i, 2, 3, 4, 11, 12, 13, 56, 79. 
Fuchsberg 16. 70, 79, 81. 
Gadstbal 16. 79. 80, 81. 
Gleiritsch 17, 78, 79, 80. 
Haag 20. 

Hannesried 20. 78. 
Heinrichskirchen 13, 21, 79. 
Hof 22. 78, 81. 
Johannesberg 24, 79, 80. 
Irlach 13, 24, 81. 
Lind 24, 78. 
Lukahammer 24, 79. 
Murach 3, 3, 4, 5, 6, 9, 34. 
Muschenried 24, 79, 80. 
Niederniurach 27, 78, 79, 80, 81. 
Notlersdorf 31, 78. 



Obermurach i, 2, 3, 9, 27, 30, 31. 78, 79- 
Oberviechtach i, 2, 3, 4, 5, 41, 47. 78, 79. 

80, 81. 
Ödmiesbach 45, 79. 

Pertolzhofen 44, 45, 46. 78, 79, 80, 81. 
Plassenberg 19, 79. 
Plechhammer 48, 79. 
Pondorf 48, 80. 
Pullenried 50. 79, 80. 
I Keichenstein i, 2, 4, 5, 12, 15, 16, 52, 79- 
St. Walburga 30. 
Schneeberg 57, 78, 79, 80. 
Schönsee i, 3, 4, 5. 6, I3, 16, 55, 56, 

60, 80. 
Stadlern 62, 78, 79, 80, 81. 
Teunz 64, 79, 80, 81. 
Weiding 3, 67. 
Wildeppenried 68, 79- 
Wildstein i, 4, 69, 79. 
Winklarn i, 3, 4. 11. 13, 15, 56, 72, 78, 79, 

80, 81 



IL Abbildungen im Text. 



Seite 
Fig. I. Altenschneeberg. Hurgstall, 

»905 9 

Altenschneeberg. Burgstall, 190S 10 
Altenschneeberg. Grundriß und 

Profile des Burgstalles 11 

Altenschneeberg. Totenbrettcr . . 12 

Frauenstein. Burgruine, 1905 14 
Frauenstein. Grundrißskizze und 

Profil der Burgruine 15 

Gleiritsch. Grundriß der Kirche 17 
Gleiritsch. Grabplatte der Katha- 
rina von Plassenberg iS 

9. Gleiritsch. Grabplatten der Plassen- 
berg von 1571 und 1584 .... 19 



> 


3. 


* 


3. 


•> 


4. 


> 


5- 


» 


6. 


> 


7. 


. 


8. 



Seite 



Fig. 10. 

> II. 

> 12. 

» 14. 

> 15. 

> 16. 

» 17. 



Heinrichskirchen. Holzfigur 
des hl. Nikolaus in der Pfarrkirche 20 
Hof. Ansicht der Kirche. ... 21 
Hof. Grundriß und Längsschnitt 

der Kirche 22 

Hof. Mauerwerk an der Südseite 

der Kirche 23 

Hof. Stadeltor 23 

Lind. Glockenhaus 25 

Lukahammer. Ansicht des Ham- 
merhauses 20 

Niedermurach. Grabstein des 
Pflegers Ludwig Muracher in der 
Pfarrkirche 28 



Verzeichnisse. 



83 



Seite 
Fig. 18. Niedennurach. Steinkreuz .... 30 

19. Nottersdorf. Glockengerüst . 31 

20. Obermurach. Ansicht des Schlos- 
ses auf der Karte des Amtes Murach 
von 1589 im Reichsarchiv München^ 32 

21. Obermurach. Ansicht des Schloß- 
berges von Südwesten 33 

22. Obermurach. Grundriß, Profile und 
Details der Burgruine, 1905 ... 35 

23. Obermurach. Südansicht der Burg- 
ruine vom Dorfe Obermurach aus, 
1905. Links ein Glockenhaus . . 36 

24. Obermurach. Westansicht der Burg- 
ruine vom unteren Burghof aus, 1 905 3 7 

25. Obermurach. Nordanstcht der Burg- 
ruine 37 

36. Obermurach. Mauerwerk am Berg- 
fried und Getreidekasten .... 38 

27. Obermurach. Totenbretter ... 39 

28. Oberviechtach und Obermurach. 
Ansicht aus Merian 1644 .... 40 

29. Oberviechtach. Ansicht des Marktes 
auf der Karte des Arotes Murach 
von 1589 im Reichsarchiv München 41 

30. Oberviechtach. Die Kanzel in der 
P&rrkirche 42 

31. Oberviechtach. Chorstuhl in der 
Pfarrkirche 43 

32. Oberviechtach. Wange eines Kirchen- 
stuhles in der Pfarrkirche .... 44 

33. Oberviechtach. LAgeplan des Markt- 
fleckens nach dem Katasterblatt . 4 s 

34 Pertolzhofen. Grundriß der 
Kirche; Schnitt und Details vom 
Erdgeschoß des Turmes; Weih- 
wasserstein 46 

35. Pertolzhofen. Profil der (Mocke aus 
dem 14. Jahrhundert 47 

36. Pertolzhofen. Glockeninschrift , 
14. Jahrhundert 48 

37. Plechhammer. Ansicht des Hani- 
merhauses 49 

38. Pondorf. Altärchen in der Ka- 
pelle 50 

39. P u 1 1 e n r i e d. Taufstein in der 
Kirche 51 

40. Pullenried. Kirchenstuhlwange ..51 
' 41. Pullenried. Grabstein vor dein 

Westeingang der Kirche 52 



Fig. 4^. 
43- 
44. 

45 
46. 

47. 
48. 

49. 
SO. 

51. 

52. 

53. 

54. 
55. 
56. 

57. 
58. 

59. 
60. 

61. 

62. 

63. 

64. 



> 65. 

. 66. 

» 67. 

. 68. 

» 69. 

» 70. 

» 71. 

72. 

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Pullenried. Eisernes Grabkreuz . 52 
Reichenstein. Turmruinc, 1905 53 
Reichenstein. Grundrißskizze und 

Profile der Burgruine 54 

Reichenstein. Turmruine, 1905 . 55 
Schneeberg. Grundriß und Längs- 
schnitt der Kirche 56 

Schneeberg. Glocke von 1464 . .57 
Schneeberg. Glockeninschrift von 

1464 57 

Schneeberg. Totenbretter .... 58 

Schönsee. Totenbrettcr ... 59 

Stadlern. Grundriß der Kirche 60 

Stadlern. Längsschnitt durch den 

Chor der Kirche 60 

Stadlern. Details im Chor der 

Kirche 61 

Stadlern. Kirchenstuhlwange . .61 

Stadlern. Hufeisen an der KirchentUr 62 

Stadlern. Details der Steinsäule, 

Fig. 57 63 

Stadlern Steinsäule mit Christus 

in der Kelter 63 

T e u n z. Ampel am Ölberg am 

Friedhof 64 

Teunz. Steinkreuz und Toten bretter 65 

Teunz. Totenbretter 66 

Teunz. Toten bretter 66 

Teunz. Feldkreuz mit Totenbrettern 67 
Wildeppenried. Grabstein . . 68 
W i 1 d s t e i n. Ansicht des ehem. 
Schlosses auf der Karte des Amtes 
Murach von 1589 im Reichsarchiv 

München 69 

Wildstein. Grundrißskizze und Profil 

des Burgstalles 70 

Wildstein. Ansicht des nordwest- 
lichen Felsenkopfes des Burgstalles 71 
Winklarn. Nebenaltar in der 

Pfarrkirche 72 

Winklarn. Altar in der Friedhof- 
kapelle 73 

Winklarn. Grundriß und Details 

der Friedhofkapelle 74 

Winklarn. Lageplan des Markt- 
fleckens nach dem Katasterblatt . 75 

Winklarn. Totenbretter 76 

Winklarn. Totenbretter 76 

Winklarn. Stein kreuz ... .77 



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Verzeichnisse. 



III. Tafeln. 



Tafel I. Obermurach. Ansicht des Schloß- 
berges von Nordosten, bei der Stein- 
mUhle. 

> IT. Obermurach. Ansicht des Berg- 

schlosses von Westen, bei Niedcr- 
murach, 1905. 

> III. Obermurach. Südwestansicht der 

Burgruine, 1905. 



Tafel IV. Obermurach. Westansicht der Burg- 
ruine, 1905. 

> V. Wild st ein. Ansicht des Schloß- 
berges von Südwesten. 

y VI. W i n k 1 ft r n. Altar in der Friedhof- 
kapelle.